Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn

Gelesen in folgender Ausgabe: Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn. Mit einer Einleitung von Kurt Oesterle sowie zusätzlichen Quellen und Materialien. Tübingen: Klöpfel & Meyer, 2017 Die zusätzlichen Quellen und Materialien bestehen vor allem aus Tagebucheinträgen Waiblingers, die er anlässlich seiner Besuche bei Hölderlin niedergeschrieben hat. Verlag und Herausgeber taten gut daran, den…

Reinhard Horowski: Hölderlin war nicht verrückt

Eigentlich hatte ich den französischen Germanisten Pierre Bertaux schon wieder vergessen. Vor allem dessen zweites Werk zu Hölderlin – das auf Deutsch ganz simpel Friedrich Hölderlin hieß und hierzulande 1978 zum ersten Mal erschienen war – vor allem dieses Werk also hatte seinerzeit doch einiges Rumoren in der germanistischen Landschaft verursacht. Bertaux behauptete doch nichts…

Briefe von und an Hegel. Dokumente und Materialien zur Biografie

Herausgegeben von Friedhelm Nicolin. Hamburg: Felix Meiner, 3. völlig neu bearbeitete Auflage 1977. (= Philosophische Bibliothek 238a). Das Buch stammt bereits aus einer Zeit, als man seine Klassiker zwar noch in Leinen mit Fadenheftung gebunden, aber schon nicht mehr mit farbigem Oberschnitt versehen hat, und als ein Lesebändchen noch nicht als nec plus ultra der…

Briefe von und an Hegel 1785-1812

Herausgegeben von Johannes Hoffmeister. Hamburg: Felix Meiner, 1. Auflage 1952; 3., durchgesehene Auflage 1969. (= Philosophische Bibliothek 235) (Das Buch stammt aus einer Zeit, wo man seine Klassiker noch in Leinen mit Fadenheftung und farbigem Oberschnitt gebunden hat, und wo ein Lesebändchen noch nicht als nec plus ultra der Buchausstattung galt.) Wer sich erhofft, aus…

Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten

Ich gehe mit Sandhofers Einschätzung dieses Buches weitgehend konform: Eine gut geschriebene, anekdotenreiche Philosophiegeschichte, der es auf eindrucksvolle Weise gelingt, die oft sperrigen Inhalte der Existenzialisten klar darzustellen, ohne dabei unzulässig zu verkürzen oder zu vereinfachen. Wobei auch die zweifelhaften Züge der “mitwirkenden” Philosophen nicht unter den Tisch gekehrt werden, Heideggers Nationalsozialismus wird ebenso erwähnt…

›Marginalien… 226. Heft

Abermals eine Ausgabe der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, die praktisch ausschliesslich auf den Osten Deutschland, ja auf die DDR, fixiert ist. Als erstes werden die Grafikerin Susanne Theume (geb. 1975 in – Halle) und ihr Werk vorgestellt. Der Autor, André Schinkel, setzt dabei in einem derart schwülstigen Ton ein, dass der Leser erschrickt und…

Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails

Halb Philosophiegeschichte, halb (Mehrfach-)Biografie, stellt Sarah Bakewells Buch das Entstehen und Vergehen der existenzialistischen Bewegung dar. Es fehlen auch romanhaft-reisserische Momente nicht, so, wenn zum Beispiel die Rettung (fast des ganzen) Nachlasses von Edmund Husserl durch die Universität Löwen geschildert wird. Im Zentrum der Darstellung stehen die französischen Existenzialisten, allen voran Jean-Paul Sartre und Simone…

Heidelberg

Vor Jahren war ich schon mal hier – was entschuldigen mag, dass ich die ‘klassischen’ Heidelberger Sehenswürdigkeiten wie Schloss oder Hölderlin-Turm heute alle weggelassen habe. Das letzte Mal allerdings war ich in einer Reisegruppe unterwegs; heute bin ich alleine hier. Schon die Begrüssung der Heidelberger war allerliebst: Als ich im beginnenden Feierabend-Verkehr von rechts in…

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften 3

= Robert Musil: Gesamtausgabe Band 3. Herausgegeben von Walter Fanta. Salzburg, Wien: Jung und Jung, 2017. Enthält Kapitel 1 bis 38 des Zweiten Teils des Mannes ohne Eigenschaften, sowie ein Nachwort des Herausgebers. Mit dem dritten Band des Mannes ohne Eigenschaften in der historisch-kritischen Ausgabe stossen wir vor in den ursprünglichen zweiten, dessen erste Hälfte…

François-René de Chateaubriand: Memoirs from beyond the Tomb [Mémoires d’outre-tombe]

François-René de Chateaubriand hat nicht nur das gleichnamige Schnitzel erfunden. Er ist es auch, der der literarischen Bewegung der Romantik in Frankreich zum Durchbruch verhilft – dies vor allem mit seinem Roman Atala von 1801, der Geschichte einer jungen Halbindianerin, die in einen Konflikt zwischen ihrer Liebe und ihrer Keuschheit gerät. (Den sie löst, indem…