Mit diesem Buch kehrt der Hirnkost-Verlag zurück zu den eigentlichen Wurzeln seiner in unregelmäßiger Abfolge erscheinenden Reihe Wiederentdeckte Schätze der deutschsprachigen Science Fiction, nämlich zu dem, was die ersten vier Bände*) tatsächlich geliefert haben: Science Fiction. Will sagen: Geschichten von zum Zeitpunkt des Erscheinens nur mit bisher unbekannter Technik oder nur unter Einsatz von ins…
Schlagwort: Parabel
zu einer Erzählung ausgeweitetes Gleichnis
Witold Gombrowicz: Trans-Atlantik
1939 wird der 34-jährige polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz eingeladen, die Jungfernfahrt auf dem neuesten polnischen Transatlantik-Passagierschiff mitzumachen. Ziel der Reise ist Buenos Aires, wo man denn auch wohlbehalten ankommt. Dort aber erreicht Crew und Passagiere die Hiobsbotschaft: Hitler-Deutschland hat Polen überfallen. Fast alle beschließen, sofort zurück zu reisen, um irgendwie nach Polen zu kommen. Gombrowicz…
Hans Sachs: Fasnachtspiele • Lieder • Spruchgedichte. (Auswahl)
Da ist er nun – der Autor, um dessentwillen ich mir damals diese seltsame Anthologie Meisterwerke deutscher Klassiker antiquarisch besorgt hatte: Hans Sachs. Denn, da es, wenn ich das richtig sehe, aktuell nichts von ihm im Buchhandel gibt, musste ich aufs Antiquariat ausweichen – wo es auch wenig bis nichts gibt. Deshalb diese Anthologie. Hans…
Jean de La Fontaine: Sämtliche Fabeln
Von allen Mitgliedern der ‚Quatre amis‘, der Gruppe von vier Freunden, die die Offenheit des gerade volljährig gewordenen Louis XIV nutzen wollten, um die französische Literatur auf neue Beine zu stellen – neben ihm waren das Molière (der schon bald ausscheren und seine eigene Agenda verfolgen sollte), Racine und Boileau – ist Jean de La…
Leconte de Lisle: Poèmes barbares
Barbarische Gedichte – damit ist nicht Lyrik gemeint, die schlecht gefügt ist, brutale bzw. unanständige Themen präsentiert oder was wir auch immer an Negativem mit dem Wort ‚barbarisch‘ verbinden. Im Gegenteil: Auch wenn Leconte de Lisle manchmal (selten!) den Reim etwas erzwingt (zum Beispiel ein kurzes ‚o‘ auf ein langes reimt), so sind hier doch…
Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne
Ob nun Albert Bitzius den Schriftsteller mehr beeinflusste oder Jeremias Gotthelf den Pfarrer, bleibe dahin gestellt. Tatsache ist, dass Jeremias Gotthelf eigentlich immer Parabeln verfasste des Inhalts, dass nur ein gottgefälliges Leben auch Glück und Segen bringe – und dies auch im materiellen Sinn. Ein lasterhaftes Leben (was auch schon den Genuss von zu viel…
Horaz: Satiren
Reemtsma hat in seiner Wieland-Biografie (s. unser Aperçu von gestern) nicht nur Wielands eigene Produktionen ausführlich vorgestellt, sondern auch dessen Übersetzungen. Bei der Lektüre hat dann in meinem Hinterkopf ein Lämpchen zu glühen begonnen, das zwar schon früher hin und wieder geflackert hat, aber dieses Mal bin ich der Sache nachgegangen und habe in meinen…
Lord Dunsany: Die Königstochter aus Elfenland [The King of Elfland’s Daughter]
Das 1924 erstmals erschienene The King of Elfland’s Daughter gilt in England als wegweisend für die so genannte ‚High Fantasy‘ – Fantasy, die sich mit Welten beschäftigt, deren Gesetze (auch die physikalischen) völlig anders sind als alles, was wir kennen. Dennoch ist selbst dort dieser Roman etwas aus dem Blick des Publikums verschwunden, auch wenn…
Robert Louis Stevenson: The Isle of Voices and Other Stories [Die Insel der Stimmen]
Nach dem Romancier und dem Reiseschriftsteller Stevenson darf in diesem Blog natürlich auch der Verfasser von Kurzgeschichten nicht fehlen. Was nun ‚noch‘ eine Kurzgeschichte und was ‚schon‘ ein Roman ist, darüber kann man natürlich streiten. Der Strand von Falesá wurde, auch von Stevenson selber, der den Text einer seiner diesbezüglichen Sammlungen beifügte, hier als Kurzgeschichte…
Ingeborg Bachmann: Der junge Lord
Libretti sind so etwas wie die Stiefkinder der Literatur. Weder Literaturwissenschaft, noch -kritik und schon gar nicht das große Publikum interessieren sich sehr für Libretti als Text. (Es mag sein, dass irgendwo auf dieser Welt ein komparatistischer Lehrstuhl existiert, in dessen Beschreibung der Nebensatz fungiert: „unter besonderer Berücksichtigung von Gebrauchstexten für Opern“ oder so ähnlich.)…