Wolfgang Detel: Warum wir nichts über Gott wissen können

Das Buch richtet sich gegen Holm Tetens “Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie” und erteilt allen Versuchen, sich Gott auf rationalem Wege anzunähern, eine Absage. Dabei bedient sich Detel eines “neuen” Agnostizismus, der über das “wir können nichts von und über Gott wissen” hinausgeht. Es sind vor allem zwei Eigenschaften Gottes, die ihn zu…

James Baldwin: Von dieser Welt

James Baldwin ist ein us-amerikanischer Klassiker, der in jüngster Zeit eine Renaissance erlebt: So werden seine Bücher neu übersetzt, auch entsprechend beworben. Ob eine solche Renaissance notwendig, berechtigt ist, kann ich nach der Lektüre seines Erstlingswerkes (Originaltitel: Go Tell it on the Mountain) nicht unbedingt bestätigen: Das ist ganz gut geschrieben, das ist – und…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: Système social ou Principes naturels de la Morale & de la Politique avec un examen de l’Influence du Gouvernement sur les Mœurs

Système social – Gesellschaftssystem. Wie viele Schriften Holbachs ist auch diese (1773) anonym erschienen. Ich weiss nicht, auf Grund welcher Argumente sie ihm von wem zugeschrieben worden ist; m.W. hat man in Holbachs Nachlass keine Liste gefunden mit den von ihm veröffentlichten Werken. Système social beginnt in einem einigermassen ‘philosophischen’ Ton, indem Holbach im ersten…

E. O. Wilson: Die soziale Eroberung der Erde

Wilson kann als einer der Gründerväter der Soziobiologie gelten. Und ihm ist ein recht seltenes Kunststück (gemeinsam mit Bert Hölldobler) gelungen – nämlich ein entomologisches Fachbuch über Ameisen (The Ants) zu einem Bestseller zu machen. Der Bezug zu den kleinen, staatenbildenden Tierchen fehlt auch in diesem Buch nicht: Gehören doch die Ameisen zu den wenigen…

Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott: Warum man jetzt Atheist sein muß

Onfray ist es in seinen Büchern nicht um Wissenschaftlichkeit zu tun, sondern um Provokation, um griffige Formulierungen und bedient sich einer Sprache, die diesen offensiven Anspruch unterstreicht. Allerdings kann reine Polemik keine Argumente ersetzen und so ist dieses Buch weniger eine Kampfschrift für eine post-christliche und laizistische Ethik, sondern ein eher peinliches Pamphlet, das dem…

Walter Burkert: Kulte des Altertums

Walter Burkert war einer der bekanntesten und renommiertesten Altphilologen, der sich mit zahlreichen religionshistorischen Arbeiten einen Namen gemacht hat. Das vorliegende Buch über die “Kulte des Altertums” weist ihn als Kenner der Materie aus, obschon seine Herleitungen manchmal fragwürdig erscheinen und unter seinem Detailwissen begraben werden. Einleitend geht er auf die Funktion der Religion und…

Joachim Kahl: Das Elend des Christentums

Kahl beschreibt in diesem Buch sein eigenes Renegatentum: Schon während seines Theologiestudiums sind ihm Zweifel gekommen an der christlichen Religion, nach Abschluss desselben ist er aus der (protestantischen) Kirche ausgetreten. Aus Gründen der intellektuellen Redlichkeit und der Moral. Das Buch ist vor 50 Jahren erschienen und mag damals einiges an Aktualität besessen haben: Der heute…

Volker Weiß: Die autoritäre Revolte

Die “neue Rechte” gibt Anlass zu zahlreichen Veröffentlichungen, die aber zumeist ziemlich trivial und wenig geistreich ausfallen. Dies ist beim Buch von Volker Weiß anders: Kein Lamento über den aufziehenden Untergang des Abendlandes oder die Einfalt von Pegida-Teilnehmern, sondern eine konzise Analyse dessen, was diese neue Rechte umtreibt und wo ihre geistigen Väter zu finden…

Greg Graffin: Anarchie und Evolution

So ganz klar ist mir auch nach Abschluss des Buches nicht, was mir Graffin da mitteilen wollte: Vielleicht wäre der englische Titel auch besser mit “anarchische Evolution” übersetzt worden. Aber selbst dann ließe sich (zumindest aus diesem Buch) kaum die Bedeutung dieses Anarchischen für die Evolution festmachen. Graffin lehrt an einer Universität in Los Angeles…

Mario Bunge / Martin Mahner: Über die Natur der Dinge

Nicht zufällig erinnert der Titel an das antike naturphilosophische Werk des Lukrez. Die beiden Autoren, Bunge und Mahner, wollen nämlich eben so wie ihre beiden antiken Vorbilder Lukrez und Epikur die ‘Welt’ beschreiben, ohne auf Götter Rekurs zu nehmen. Und anders als die beiden Antiken gestehen sie Gott oder den Göttern auch nicht eine Existenz…