Manfred Spitzer, Wulf Bertram (Hrsg.): Hirnforschung für Neu(ro)gierige

Rund 20 Beiträge zum Thema Neurobiologie: Von Philosophen, Psychologen, Medizinern bis hin zum Physiker und Kabarettisten Vince Ebert, dessen Beitrag zum Unterhaltsamsten des Buches gehörte. Ein im Großen und Ganzen interessanter Überblick über die verschiedenen Forschungsbereiche, zumeist leicht lesbar (was denn auch in der Absicht der Herausgeber lag). Einer der besten Beiträge stammt von Vittorio…

John R. Searle: Wie wir die soziale Welt machen [Making the Social World]

Searles Ausgangspunkt ist der Umstand, dass der Mensch das einzige uns bekannte Tier ist, das neben einer physischen Realität auch noch eine soziale Realität kennt bzw. anerkennt. Wenn ich beim Spazieren-Gehen nicht aufpasse und mir die Nase an einem Baum stoße, dann ist das eine physische Realität. Stoße ich sie mir an einer Straßenbahn, wird…

Alexander Gottlieb Baumgarten: Anfangsgründe der praktischen Metaphysik

Man hätte, so der Herausgeber und Übersetzer Alexander Aichele, Baumgartens Initia Philosophiae Practicae auch mit Wissenschaft von den allgemeinen Prädikaten der mit den freien Handlungen verbundenen Dinge übersetzen können, oder mit Praktische Ontologie. Dass nun der Begriff der praktischen Metaphysik gewählt wurde, hängt mit der philosophiegeschichtlichen Einbettung von Baumgartens 1760 erschienenem Text zusammen. Da ist…

Steven Pinker: How the Mind Works [Wie das Denken im Kopf entsteht]

1997 ist dieses Buch zum ersten Mal erschienen; noch 2009 hielt es Steven Pinker, wie er in einem neuen Vorwort festhielt, für sein bis dato bestes Buch. Es ist sicherlich ein Buch, in dem Pinker eine große Bandbreite an Informationen und Themen bringt. Manchmal will mir scheinen, fast eine zu große… Denn auch ein Steven…

Anthony Burgess: Uhrwerk Orange

Wirkliche Berühmtheit erlangte dieses Buch erst durch Stanley Kubricks Verfilmung: Einen Film, den ich gesehen zu haben glaubte; doch nach Betrachtung einiger Ausschnitte auf youtube bin ich mir dessen nicht mehr so sicher. Wie auch immer, das Buch verdient es allemal, gelesen zu werden. Alex ist Anführer einer Jugendgang, sein Verhalten ist völlig amoralisch, einzig…

Friedrich Heinrich Jacobi: Schriften zum Spinozastreit

1785 erschien Jacobis Über die Lehre des Spinoza in den Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn. Das Buch warf rasch sehr hohe Wellen in den Kreisen der deutschen Intellektuellen. Unternahm doch Jacobi nichts Geringeres als den Versuch, Lessing als Anhänger und Vertreter des Spinozismus festzulegen. Er beruft sich dabei auf Gespräche mit ihm, die er…

Michael Schmidt-Salomon & Lea Salomon: Leibniz war kein Butterkeks

Grundfragen der Philosophie behandelt in einem Dialog zwischen Michael Schmidt-Salomon und seiner Tochter Lea Salomon. Und mit dieser Form habe ich so meine Probleme: Ich kann schon das “Großartige” der platonischen Dialoge nur sehr schwer nachvollziehen – und ich halte ein solches Zwiegespräch auch nicht für geeignet, um philosophischen Fragen nachzugehen. Das mag im 4….

Robert M. Sapolsky: Gewalt und Mitgefühl

Sapolsky ist hier etwas Großartiges gelungen: Ein rund 1000 Seiten starkes, nie langweiliges Fachbuch zu schreiben, schwierige Themenbereiche in einem klugen und geistreichen Ton vorzutragen und nirgends in Banalitäten oder Trivialitäten zu verfallen. Es ist äußerst selten, dass sich Kompetenz, aber auch Selbstironie und eine über das eigene Fachgebiet hinausreichende Klugheit in dieser Form vereinen….

Gustave Flaubert: Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit. Transkribierte Handschriften und Kommentare

Wenn ich das richtig verstehe, stellt der dritte Band des Werkkomplexes rund um Flauberts Bouvard und Pécuchet so etwas wie eine Zusammenstellung der Vorarbeiten zum Inhalt des zweiten Bandes, des Sottisier dar. Vorarbeiten, die allerdings um ein Vielfaches weniger Platz einnehmen, als das Sottisier, was bedeuten müsste, dass Flaubert in seinen Arbeiten für Band 2…

Wilhelm Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. Mit einem Schlußkapitel Die Philosophie im 20. Jahrhundert und einer Übersicht über den Stand der philosophiegeschichtlichen Forschung herausgegeben von Heinz Heimsoeth, Professor an der Universität Köln. Fünfzehnte, durchgesehene und ergänzte Auflage. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1957

Vergleicht man Windelbands Lehrbuch mit Anthony Kennys Geschichte der abendländischen Philosophie (beides Texte, die sich an beginnende Studierende der Philosophie wenden; beides Texte, die einen Überblick über die europäisch-abendländische Philosophie zu geben versprechen; beides Texte von – jeweils zu ihrer Zeit – nicht unbekannten Inhabern universitärer Lehrstühle), wenn man diese Texte also vergleicht, werden einem…