David Crystal: The Stories of English

David Crystal ist wahrscheinlich der berühmteste Linguist Großbritanniens, ziemlich sicher des ganzen englischen Sprachraums und deshalb – und weil nach seinen Angaben heute mehr als 50% der Menschen Englisch als Erst- oder Zweitsprache sprechen, woran zu zweifeln ich keinen Anlass sehe – der Welt. Er verdankt dies seinem unermüdlichen Einsatz vor allem für die Reputation…

Ralph Waldo Emerson: Tagebücher

Tagebücher sind ungefähr so individuell wie die Personen, die welche schreiben. Das gilt natürlich auch für jene, die den Weg ans Licht der Öffentlichkeit gefunden haben. Da sind jene, die in großer Regelmäßigkeit, oft wirklich täglich, geführt werden, die aber im Grunde genommen nur mehr oder minder repetitive Aufzählungen dessen sind, was der oder dem…

Edgar Allan Poe: Die Erzählungen des Folio Club

Der junge Autor Edgar Allan Poe versuchte so einige verschiedene Dinge, um im Literaturbetrieb seiner Zeit Fuß fassen zu können. Vor allem nahm er an Ausschreibungen teil, bei denen Zeitungen oder Zeitschriften einen Preis auslobten für die beste eingereichte Kurzgeschichte. (Ein paar Mal gewann er auch.) Daneben plante er eine Sammlung satirischer Geschichten, die er…

Marcel Proust: Der geheimnisvolle Briefschreiber [Le Mystérieux Correspondant et autres nouvelles inédites.]

Irgendwo, ich weiß nicht mehr, ob in einer Rezension oder in der Verlagswerbung, habe ich in Bezug auf die Texte dieses schmalen Büchleins von einer Sensation gelesen: wiederentdeckte frühe Texte von Marcel Proust! Tatsächlich scheinen diese Erzählungen aber – wenn ich die Einleitung des Herausgebers Luc Fraisse richtig verstehe – zumindest einer Person schon seit…

Robert Musil: Bücher I

Nun hat es also auch diese kritische Werkausgabe erwischt. Sechs lange Bände, den ganzen Mann ohne Eigenschaften hindurch, sah es so aus, als ob die neue, von Walter Fanta herausgegebene Musil-Ausgabe durchlaufen würde, wie ein heißes Messer durch Butter. Doch nun dies: Beim Auspacken von Band 7 blickte mich nicht – wie noch im Anhang…

John Burroughs: Von der Kunst, Dinge zu sehen [The Art of Seeing Things] / Von der Heiterkeit der Landstraße [Exhilarations of the Road]

John Burroughs gilt in den USA als der legitime Nachfolger von Henry David Thoreau, zumindest, was die literarische Form des ’nature writing‘ betrifft. Man kann mit Recht behaupten, dass Thoreau diese Literaturform überhaupt erst ins Bewusstsein der Leser gebracht hat, und dass er nirgends so viele Nachfolger und Nachahmer gefunden hat, wie in den USA….

Henry Beston: Das Haus am Rand der Welt

Henry David Thoreau wirkte in vieler Hinsicht stilbildend, vor allem in seiner Heimat, den USA. Da ist zum einen seine politische Philosophie, eine Mischung aus Anarchismus und passivem Widerstand, der bis heute dort als Unterströmung im politischen Leben festzustellen ist. So ist u.a. der Libertarismus letzten Endes (auch) auf Thoreau zurückzuführen. Aber selbst sein Lebensstil,…

Henry David Thoreau: Ktaadn

Ktaadn! – Was klingt wie ein klingonisches Schimpfwort ist der indianische Name für Mount Katahdin, der mit 1’606 m höchsten Erhebung im heutigen US-Bundesstaat Maine. Jetzt liegt Mount Katahdin im Zentrum des Baxter State Park, eines über 800 km2 grossen Naturschutzgebiets. Als ihn Thoreau 1846 erstieg, lag er an der Grenze dessen, was man allgemein…

Jorge Luis Borges: 25. August 1983 und andere Erzählungen

Normalerweise werden die Bände der Bibliothek von Babel immer mit einem Vorwort des Herausgebers Jorge Luis Borges eingeleitet. Das ist hier nicht der Fall. Hier stammt es von Martin Gregor-Delling; viel wichtiger und interessanter als diese Einleitung ist aber das am Schluss folgende Interview, das María Esther Vázquez mit Borges geführt hat (Borges gleich Borges),…

Henry David Thoreau: Wilde Früchte [Wild Fruits]

Man kann Ziel und Inhalt des vorliegenden Buchs (auf Deutsch erschienen 2012 im Manesse-Verlag, eine bibliophile Ausgabe im Grossformat, Leinen, Fadenheftung, Kartonschuber, Illustrationen und eine Landkarte von Concord (MA) auf dem Vorsatzblatt) nicht besser charakterisieren als der Herausgeber der originalen, US-amerikanischen Ausgabe: Kaum ein amerikanischer Autor ist so unzureichend verstanden wie Henry David Thoreau –…