Walter Hasenclever: Gedichte / Dramen / Prosa

N° 8 in derselben Reihe, in der die gerade erst hier vorgestellte Auswahl aus den Werken Ernst Tollers erschienen ist. Datum: Januar 1964. Ebenfalls nur eine Auswahl-Ausgabe. Ähnlicher Aufbau auch wie die Toller-Ausgabe. Anders ist aber Folgendes: Zum einen wird hier ein verantwortlicher Herausgeber genannt, nämlich Kurt Pinthus. Zum andern ist es wohl diesem Herausgeber…

Ramon Llull: Das Buch vom Heiden und den drei Weisen [Llibre del gentil e dels tres savis / Liber de gentili et tribus sapientibus]

Ramon Llull (auch Ramon Lull), latinisiert Raimundus Lullus (auch Raymundus Lullus), ist der wohl originellste Denker des christlichen Mittelalters. (Ich zögere, ihn der Scholastik zuzurechnen, denn er hat nie die theologische Ausbildung an einer Universität erhalten, die die Scholastiker auszeichnet, ja überhaupt eine Ausbildung zum Priester.) Schon seine Herkunft und sein Werdegang sind speziell. Aus…

Menschheitsdämmerung

Anthologien, also Sammlungen von Texten verschiedener Autoren, kann man grob in zwei Kategorien einteilen: Da sind die Anthologien, die Texte zu einem bestimmten Thema vereinen. Häufig werden diese Texte von der Herausgeberschaft mit eigenen Überleitungen eingeführt, kommentiert. Sie dienen oft universitärem Gebrauch, als Reader für ein- oder weiterführende Veranstaltungen zu eben diesem Thema. Seltener verwendet…

Samuel Lublinski: Die Entstehung des Christentums aus der antiken Kultur

Curiosa In diese Abteilung meiner Bibliothek gehört vorliegendes Buch. Schon als Student las ich sehr gerne Bücher, die die Entstehung von irgendetwas aus irgendetwas anderem mehr oder weniger wissenschaftlich herleiten – sei es der Welt, sei es eines bestimmten Aspekts dieser Welt. Das können systematische Geschichtsentwürfe sein oder sonstige Versuche, Phänomene menschlichen Daseins zu erklären….

Petrus Abaelard: Collationes sive Dialogus inter Philosophum, Iudaeum et Christianum / Gespräch eines Philosophen, eines Juden und eines Christen

Historisch gesehen handelt es sich beim vorliegenden Dialog zur religiösen Toleranz von Abaelard um den ersten in der Reihe der großen drei, die kirchliche oder scholastisch geschulte Denker hervorgebracht haben. Niklaus von Kues’ De pace fidei habe ich bereits vorgestellt; den Text von Ramon Llull muss ich nach dem Umzug erst wieder finden… Abaelard hat…

Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine Tragödie

Natürlich darf bei meinem Versuch, mir einen kleinen Überblick zu verschaffen über den Teufel in der Literatur- und Kulturgeschichte, der Teufel der deutschen Literatur nicht fehlen: Mephistopheles in Goethes Faust. Dabei handelt es sich um keine ganz leichte Aufgabe, hat doch Goethe praktisch Zeit seines Lebens immer mal wieder, und mal mehr und mal weniger,…

Sir Thomas Browne: Religio Medici

Der Engländer Thomas Browne (1605-1682)  ist im deutschsprachigen Raum relativ unbekannt. Jedenfalls habe ich ihn noch so kürzlich wie 1995 (in den Anmerkungen zu C. S. Peirce: Religionsphilosophische Schriften, ed. Hermann Deuser) und bei einem renommierten Verlag (Felix Meiner) verwechselt gefunden mit dem viel späteren (1778-1820) schottischen Philosophen Thomas Brown, einem Kritiker der Evolutionstheorie, wie…

The Folio Science Fiction Anthology (2016)

Herausgeber und Kommentator der einzelnen Beiträge: Brian W. Aldiss. Anthologien bieten dem Leser die Möglichkeit, neue Autoren kennen zu lernen, unbekannte Texte bekannter Autoren oder zumindest unbekannte Facetten bekannter Autoren. Andererseits bergen sie auch das Risiko, dass unter Bekanntem wie Unbekanntem sich auch einiges an – na ja – Schrott verbirgt. Der englische Science-Fiction-Autor Brian…

James Joyce: Finnegans Wake

Finnegans Wake: zu Deutsch etwa so viel wie Die Finnegans erwachen. Doch schon im Titel lässt sich Joyce’ Schreibtechnik nachvollziehen. Der Titel geht nach allgemeiner Übereinkunft zurück auf ein irisches Sauflied The Ballad of Tim Finnegan Or Finnegan’s Wake – diesmal mit dem Apostroph, der im Englischen einen Genitiv ausweist, weil die Ballade nur eine…

Deine drei liebsten Liebesromane

Frank Duwald hat mich netterweise eingeladen, zu diesem Thema, für das er in seinem Blog diverse andere Blogger eingeladen hat, etwas zu schreiben. Dabei bin ich so gar kein Leser von Liebesromanen – jedenfalls, wenn man darunter jene nachgerade “klassischen” Trivialromane versteht, die tonnenweise in Heftchen namens Cora oder ähnlich an den Kiosken zum Verkauf…