Gottlob Frege: Die Grundlagen der Arithmetik

1884 auf Deutsch erschienen. Vor mir liegt eine zweisprachige Ausgabe (deutsch-englisch). Der Übersetzer war John L. Austin. Zum ersten Mal ist die Übersetzung 1950 erschienen. Zusammen geführt wurden Original und Übersetzung m.W. 1980 in meiner Ausgabe von der Northwestern University Press, Evanston Illinois. Die Grundlagen der Arithmetik gelten als das zugänglichere der beiden Werke, in…

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis

Zwischen dem hier vorliegenden dritten Teil der Philosophie der symbolischen Formen und dem zweiten liegen 4 Jahre, der erste ist gar 6 Jahre früher erschienen (1929 – 1925 – 1923). Diese lange Entstehungszeit merkt man vor allem dem dritten Teil an – im Grossen und Ganzen zu dessen Vorteil. Allerdings könnte man sagen, dass die…

Alice Schmidt: Tagebücher der Jahre 1948/49

Flüchtlinge, die nach Deutschland einzuwandern suchen, gibt es nicht erst seit dem 21. Jahrhundert. Es gab sie schon nach dem Zweiten Weltkrieg. Man nannte sie „Umsiedler“, und es handelte sich um Menschen, die von einem Teil Deutschlands – dem Osten – in einen andern Teil Deutschlands – den Westen – flüchteten, weil sie sich ein…

Masha Gessen: Der Beweis des Jahrhunderts

Grigori Perelman hat eine Berühmtheit erlangt, die weit über seinen Fachbereich hinausgeht: Nicht nur, weil er eines der Millenniumsprobleme gelöst hat (die Poincarésche Vermutung), sondern noch mehr durch sein obskures und seltsames Verhalten, das ihn unter anderem die Fields-Medaille (den “Nobelpreis” für Mathematiker) ablehnen ließ als auch durch die Zurückweisung der von der Clay-Stiftung ausgelobten…

Ian Stewart: Die Zahlen der Natur

Ian Stewart gehört zu den bekanntesten und profiliertesten Popularisierern der Mathematik. Er veröffentlichte im “Scientific American” zahlreiche Kolummen und hat zahlreiche Mathematikbücher – ähnlich wie das vorliegende – geschrieben. Eines der – schon oft erwähnten – Probleme dieser Bücher ist die ständig spürbare Angst der Autoren, durch den Gebrauch von Formeln die Leser zu verschrecken….

Gottfried Wilhelm Leibniz / Kurfürstin Sophie von Hannover: Briefwechsel

Beinahe 35 Jahre, von 1680 bis 1714, standen die Landesherrin und ihr Untertan in regelmässigem Briefwechsel. Worüber liessen sich denn die beiden – meist in höfischem Französisch – so intensiv aus? Die Antwort ist verblüffend einfach, weil verblüffend: über Familiäres. Allerdings etwas einseitig: Leibniz’ private Umstände kamen ein einziges Mal zur Sprache, als eine seiner…

Wilhelm Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. Mit einem Schlußkapitel Die Philosophie im 20. Jahrhundert und einer Übersicht über den Stand der philosophiegeschichtlichen Forschung herausgegeben von Heinz Heimsoeth, Professor an der Universität Köln. Fünfzehnte, durchgesehene und ergänzte Auflage. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1957

Vergleicht man Windelbands Lehrbuch mit Anthony Kennys Geschichte der abendländischen Philosophie (beides Texte, die sich an beginnende Studierende der Philosophie wenden; beides Texte, die einen Überblick über die europäisch-abendländische Philosophie zu geben versprechen; beides Texte von – jeweils zu ihrer Zeit – nicht unbekannten Inhabern universitärer Lehrstühle), wenn man diese Texte also vergleicht, werden einem…

Hermann Cohen: Logik der reinen Erkenntniss

Zusammen mit (und noch vor) Paul Natorp gilt Hermann Cohen als das Haupt der Marburger Schule des Neukantianismus. Sein Credo war es, dass Kant mit seiner Erkenntistheorie nicht von der alltäglichen Erkenntnis gesprochen habe, sondern spezifisch von der wissenschaftlichen, noch spezifischer der naturwissenschaftlichen. Dies wird in vorliegenden Text schön exemplifiziert. Neben dem Umstand, dass ich…

Albrecht Beutelspacher: “In Mathe war ich immer schlecht…”

Der Titel ist die Antwort derer, so Beutelspacher im Vorwort, denen er auf die Frage nach seinem Beruf mit “Mathematiker” antwortet. Ein Mittelding aus Unbehagen, Unsicherheit und Ignoranz, Ausdruck des Wunsches, mit derlei Dingen nicht behelligt zu werden und ebenso Ausdruck einer gewissen Verachtung für den Gegenstand. Das ist etwas Abgehobenes, Theoretisches, damit beschäftigen sich…

David J. Hand: Die Macht des Unwahrscheinlichen

Hand, emeritierter englischer Mathematikprofessor nimmt sich der Unwahrscheinlichkeit an: Das Unwahrscheinlichkeitsprinzip nach Émile Borel besagt, dass hinreichend unwahrscheinliche Ereignisse auch unmöglich sind. Warum sie trotzdem passieren und was genau dabei nicht berücksichtigt wird, ist Gegenstand des Buches. Das könnte interessant sein. Aber was in den folgenden zehn Kapiteln erzählt wird, ist zwar vom anekdotischen Blickwinkel…