Antonio Vivaldi: La verità in cimento

Von Vivaldi kennt man heute fast nur noch die Violinkonzerte Die vier Jahreszeiten, die er 1725 geschrieben hat. Dass er zu Lebzeiten ein sehr erfolgreicher und sehr produktiver Komponist von Opern war, ist dem breiteren Publikum unbekannt. Von Zeit zu Zeit wird allerdings eine seiner Opern wieder auf einen Spielplan gesetzt. So geschehen in dieser…

Jules Massanet: Werther

Giuseppe Verdi war nicht der einzige, der einen Stoff des deutschen Sturm und Drang nahm und in eine Oper umwandelte. So etwas war im 19. Jahrhundert, vor allem in seiner zweiten Hälfte, fast eine Art Mode geworden – ähnlich wie man heute Bücher verfilmt, hat man damals Bücher „veropert“. Jules Massanets Oper hatte insofern eine…

Giuseppe Verdi: Luisa Miller

Lügen und Intrigen, Mord und Totschlag, verratene Liebe, Gift und Dolch – würde heute aus diesen Ingredienzien eine Geschichte gebastelt: Man würde unvermeidlich von Kitsch reden. Und selbst in vergangenen Jahrhunderten gab es nur wenige Autoren, die damit umgehen konnten, ohne vor Mit- oder spätestens Nachwelt lächerlich zu werden. Zu den wenigen gehören das Ausnahme-Talent…

Wolfgang Amadeus Mozart: Idomeneo

Mit Idomeneo (1781) fing Wolfgang Amadeus Mozart eine neue Phase seines künstlerischen Wirkens an. Er war nun 25 und definitiv kein Wunderkind mehr. Idomeneo ist sozusagen das erste Werk des erwachsenen Mozart. Heute von seinen späteren Opern in den Hintergrund gedrängt, hat sie der Komponist zeitlebens für seine beste gehalten. Nun sind Aussagen von Künstlern…

Giacomo Puccini: Madama Butterfly

Musikwissenschafter rechnen Puccinis Oper Madama Butterfly zum sog. ‘Verismus’, der auch der Literaturwissenschaft bekannten italienischen Variante des Realismus oder Naturalismus. Der ‘Verismo’ zeichnet sich durch exakte Beschreibung und Sozialkritik aus, was ja aus dem Naturalismus nicht unbekannt ist. Bei Madama Butterfly zeigt sich der ‘Verismo’ schon im Libretto: Der US-amerikanische Marine-Offizier B. F. Pinkerton kauft…

Ludwig van Beethoven: Fidelio

Was den Franzosen ihre Revolution, war den Deutschen ihr Fidelio. Während die Franzosen ganz praktisch ihren Tyrannen beseitigten und nicht davor zurückscheuten, ihn einen Kopf kürzer zu machen, wurde in Deutschland der Aufstand auf dem Theater geprobt. Allenfalls auch sonst – auf dem Papier, ob nun Damon, den Dolch im Gewande, zu Dionys schlich, oder…

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte

Die Zauberflöte gehört zu den wenigen Opern, bei denen auch schon der Text immer wieder Anlass zu Interpretationen geboten hat. Das liegt daran, dass Emanuel Schikaneders Libretto so ziemlich alles bedient, was einer Interpretation würdig sein kann. Es behandelt den Zusammenprall von Kulturen, von Gut und Böse, Mann und Frau, Jung und Alt, (Schwieger-)Mutter und…

Günter de Bruyn: Sünder und Heiliger

de Bruyn ist bekannt durch seine Jean-Paul-Biografie von 1975. Mehr als 40 Jahre später hat er nun mit der Biografie eines weiteren “randständigen” Romantikers nachgelegt. Zacharias Werner kam 1786 in Königsberg zur Welt. Ein Studium der Rechte und Kameralistik brach er ab; lieber heiratete er eine junge Frau zweifelhaften Rufs, eine Prostituierte. Die Ehe hielt…

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail

Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart (Musik) und Johann Gottlieb Stephanie d. J. (Text). Inszenierung von David Hermann am Opernhaus Zürich vom 11. November 2016. Mitwirkende: Bassa Selim: Sam Louwick Konstanze: Olga Peretyatko Blonde: Claire de Sévigné Belmonte: Pavol Breslik Pedrillo: Michael Laurenz Osmin: Nahuel Di Pierro Janitscharen: Katarzyna Rzymska, Bettina Siegfried, William Lombardi, Michael Schwendinger…

Anlässlich des 100. Todestags der Marie von Ebner-Eschenbach: Unsühnbar

Gestern vor 100 Jahren, am 12. März 1916, starb Marie von Ebner-Eschenbach. Diese runde Zahl hat offenbar der eine oder andere Verlag zum Anlass genommen, das eine oder andere ihrer Werke wieder zu veröffentlichen. So auch der Zürcher Manesse-Verlag, der Unsühnbar in seiner Bibliothek der Weltliteratur auflegte, mit einem Nachwort von Sigrid Löffler.*) Unsühnbar ist…