Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften I. 1771-1783

Mit Band I der Kleinen Schriften – also im Großen und Ganzen jener Texte, die es nicht zu eigenem eigenen Buch geschafft haben (eine Ausnahme finden wir) – gewinnt Jacobi an Profil für den heutigen Leser. Während die ersten drei Bände der kritischen Werkausgabe seine philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Spinozismus einerseits, dem transzendentalen Idealismus andererseits…

Étienne de la Boétie: Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft [Discours de la servitude volontaire]

Eingeleitet wird dieser kurze Text mit einem Zitat aus Homer, in dem dieser den Odysseus zu seinen Männern sagen lässt, dass nur einer die Herrschaft haben könne. Das wird von Étienne de la Boétie schlankweg verneint. Homer und Odysseus spielen dann keine Rolle mehr. Ganz kurz zur Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte: Der Discours de la servitude…

Henry David Thoreau: Leben ohne Grundsätze

Bei diesem Text handelt es sich um die finale, schriftlich fixierte Form eines Vortrags, den Thoreau zu diversen Malen, in Concord und anderswo, gehalten hat. Der Autor konnte ihn nicht mehr selber veröffentlichen. Der Tod an Schwindsucht kam ihm zuvor, und der Text wurde aus seinem Nachlass von seiner Schwester zum Druck gegeben – ebenso…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: La Morale universelle ou Les Devoirs de l’homme fondés sur sa nature

Allgemeine Moral. Oder: Die Pflichten des Menschen, begründet in seiner Natur. Dieser Text enthält den Versuch Holbachs, eine Ethik zu begründen, die nicht auf eine überirdische Kontrollinstanz zurückgreift, wie es die zu seiner Zeit handelsüblichen Ethiken taten: kein Gott, keine Androhung von Bestrafung oder Belohnung in einem jenseitigen Paradies. Holbach weist die ethischen Konstruktionen der…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: Éléments de la Morale universelle ou Catéchisme de la Nature

Elemente der Moral oder Katechismus der Natur: Der Titel dieses kleinen Werks von Holbach sagt eigentlich schon alles. Moral bzw. Ethik sind für Holbach eine Sache der Natur. Der Mensch wird sich, wenn er nicht verführt wird durch irgendwelche schlechten Geister, sehr wohl von Natur aus moralisch und altruistisch verhalten – so kann die Botschaft…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: Système social ou Principes naturels de la Morale & de la Politique avec un examen de l’Influence du Gouvernement sur les Mœurs

Système social – Gesellschaftssystem. Wie viele Schriften Holbachs ist auch diese (1773) anonym erschienen. Ich weiss nicht, auf Grund welcher Argumente sie ihm von wem zugeschrieben worden ist; m.W. hat man in Holbachs Nachlass keine Liste gefunden mit den von ihm veröffentlichten Werken. Système social beginnt in einem einigermassen ‘philosophischen’ Ton, indem Holbach im ersten…

John Stuart Mill: Autobiographie

John Stuart Mills Autobiographie ist das Muster einer Autobiografie, die für einmal nicht das eigene Ich in den Mittelpunkt stellt, sondern dieses Ich in die gesellschaftlich-politisch-philosophische Entwicklung der Zeit einbettet. Sehr ruhig und fast neutral erzählt Mill aus seinem Leben – ein Stil, den ich eigentlich nur noch in jener andern Autobiografie eines britischen Denkers…

Jo Leinen / Andreas Bummel: Das demokratische Weltparlament

Untertitel: Eine kosmopolitische Vision. Das Buch beginnt mit einer Art Geschichte kosmopolitischer Ansätze im Denken der Menschheit. Da werden, schon fast klassisch-philosophiegeschichtlich, die Ideen eines Gesellschaftsvertrages im alten Griechenland, in Indien oder China, bei Hobbes oder Locke, bei Wolff oder Kant, vorgestellt, ohne allerdings sehr in die Tiefe zu gehen, ohne viel mehr zu liefern…

Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350 – 1600). Band 1

Leinkaufs Grundriss erfüllt alle Bedingungen, um für den von ihm behandelten Zeitraum ähnlich epochemachend zu werden, wie es Zellers Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung vor 100 Jahren für die Philosophiegeschichte des antiken Griechenland war. Leinkaufs Darstellung ist fakten- und von daher auch umfangreich (rund 2’000 Seiten). Sie richtet sich an ein Fachpublikum, das…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 4. Band: Drittes Buch: Aufklärung – Große Revolution (12. bis 14. Abschnitt) / Viertes Buch: Die letzten hundert Jahre – Reaktion – Materialismus – Gottlose Mystik

Mehr Literatur- als Philosophiegeschichte: der vierte und abschliessende Band von Fritz Mauthners Geschichte des Atheismus. Als allererstes wendet sich der Autor gegen die Vertreter eines stinkenden Lichts (einer pervertierten Aufklärung). Die Dunkelmänner, die er meint, sind vorwiegend Vertreter der Romantik, die sich ebenso auf Voltaire oder Rousseau berufen, wie die Aufklärer selber. Aber auch Mendelssohn…