Xenophon: Hellenika

Damit, dass er seinen Text anfangen lässt mit Danach, wenige Tage später […] (zitiert nach der Übersetzung von Gisela Strasburger) signalisiert Xenophon, dass er genau dort fortfährt, wo Thukydides, wohl durch seinen Tod, seine nachträglich Peloponnesischer Krieg genannte Schrift abgebrochen hatte – sieben Jahre vor dem Ende eben dieses Kriegs. Der lateinische Titel Hellenica (=…

Thukydides: Der peloponnesische Krieg

Politik mit den Augen des Thukydides Thomas Hobbes hat als einer der ersten überhaupt Thukydides in seine Muttersprache übersetzt (Lorenzo Valla übersetzte ihn ins Lateinische), und das darf nicht wundern, präsentiert uns doch der antike griechische Ex-General den Homo politicus und die Politik im Allgemeinen praktisch genau so, wie es viel später der Engländer tun…

Thomas Morus: Utopia

Ich habe Thomas Morus’ Utopia ja heuer nicht zum ersten Mal gelesen. Aber ich habe es noch nie gelesen, ohne dass mich jedes Mal ein größeres oder kleineres Unbehagen ergriffen hätte. Dabei ist die literarische Form von Utopia nicht ungelungen. Wir haben zu Beginn, in einer Rahmenerzählung, einen Ich-Erzähler, der den Namen des Autors trägt,…

Reinhold Bichler / Robert Rollinger: Herodot

Vorliegendes schmales Büchlein wurde seinerzeit als Einführung in das Studium des antiken griechischen Historikers Herodot geschrieben, der im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte. Ich finde auf die Schnelle nicht heraus, wann die erste Auflage davon erschienen ist, vor mir liegt die zweite, 2001 bei Olms in Hildesheim erschienen und seinerzeit in einer Lizenzausgabe bei…

Claude Mossé: Der Prozeß des Sokrates

Claude Mossé ist eine mir bislang unbekannte, französische Althistorikerin, die sich in diesem Buch mit dem wohl berühmtesten Prozess der Geschichte auseinandersetzt. Und sie tut dies auf äußerst profunde und lesenswerte Weise, von den zahlreichen zu diesem Fall erschienenen Büchern gehört dieses hier zu den besten. Das liegt zum einen an der fachlichen Kompetenz der…

Longos: Daphnis und Chloë [ΛΟΓΓΟΥ ΠΟΙΜΕΝΙΚΩΝ ΤΩΝ ΚΑΤΑ ΔΑΦΝΙΝ ΚΑΙ ΧΛΟΗΝ ΛΟΓΟΣ ΠΡΩΤΟΣ]

Darüber, ob der Verfasser des kleinen Romans Daphnis und Chloë überhaupt „Longos“ geheißen habe, oder ob dies nicht ein Abschreibfehler in der einen von den beiden Handschriften aus dem 10. Jahrhundert gewesen sei, die die ältesten Überlieferungszeugen darstellen, streiten sich die Fachleute. Die zweite, im Allgemeinen als zuverlässiger geltende Handschrift hat an Stelle von „Longoi“…

Cassius Dio: Römische Geschichte. Band II: Bücher 36-43

Von den im zweiten Band meiner Ausgabe abgedruckten originalen Büchern sind nur noch die ersten beiden (36 und 37) nicht vollständig erhalten. Aber die fehlenden Fragmente sind vernachlässigbar, z.T. sogar noch bei den schon erwähnten byzantinischen Nach- und Ausschreibern zu finden. Somit kann ab Buch 36 zum ersten Mal nachvollzogen werden, inwiefern sich Cassius Dio…

Karl Löwith: Weltgeschichte und Heilsgeschehen

Der Untertitel dieses Buches lautet “Die theologischen Voraussetzungen der Geschichtsphilosophie” und präzisiert den Titel, der eigentlich Weltgeschichte vs. Heilsgeschehen lauten müsste oder zumindest könnte. Löwith skizziert die geschichtsphilosophischen Entwürfe in umgekehrter, chronologischer Reihenfolge: Von Burkhardt bis Augustin und Orosius, wobei er dann noch Ausführungen zur biblischen Auslegung der Geschichte anschließt. Diese a-chronologische Konzeption ist m….

Wilhelm Nestle: Vom Mythos zum Logos

Vom Mythos zum Logos beschreibt nach Wilhelm Nestle die Entwicklung des antiken griechischen Denkens von der Zeit Homers bis hin zu den Sophisten – Sokrates exklusive. Das hat – dagegen verwahrt er sich explizit und zu Recht – nichts mit Nietzsches berühmtem Diktum vom “Dionysischen und Apollinischen” zu tun, wie er überhaupt den Altphilologen Nietzsche…

Polybius / Πολύβιος

Polybius (eig. Polybios) lebte von ca. 200-118 v.u.Z. und gilt zusammen mit Herodot und Thukydides als einer der drei Grossen der antiken, griechischen Geschichtsschreibung. Von diesen ist er der jüngste und wohl auch der ‘modernste’. Mit ihm hebt die Geschichtsschreibung als wissenschaftlicher Prozess an: Polybius ist der erste, der ganze Kapitel der Auseinandersetzung mit Kollegen…