Immanuel Kant: Vorkritische Schriften bis 1768

Sozusagen Kants Jugendschriften … (Nur, dass der Kant als Philosoph erst mit 58 Jahren aus den Kinderschuhen herausgewachsen war. Dafür aber dann gleich richtig.) Da ich mir die so genannte „Akademie-Ausgabe“ weder leisten kann noch will, lese ich Kant in der 6-bändigen Auswahl, die Anfang der 1960er von Wilhelm Weischedel zusammengestellt wurde und die bis…

Pierre Bayle: Historisches und kritisches Wörterbuch [Dictionnaire historique et critique]

Rationalismus? Skeptizismus? Oder doch Fideismus? Auch nach beinahe 700 Seiten Lektüre im Historischen und kritischen Wörterbuch von Pierre Bayle wüsste ich nicht, welches ‘System’ ich dem Autor zuordnen sollte, wenn es denn nur ein einziges sein dürfte. Denn Bayle scheint gar fürchterlich zu schwanken. Dabei galt Bayle schon sehr rasch als früher Aufklärer. Vor allem…

G. E. R. Lloyd: Greek Science

Naturwissenschaft im antiken Griechenland – so ungefähr würde ich den Titel dieses Buchs übersetzen. (Meine – zugegeben nur flüchtige – Suche nach einer deutschen Übersetzung hat kein Resultat gebracht. Zwar führen einige Bibliotheken im deutschsprachigen Raum Bücher von Lloyd in ihrem Bestand auf, aber keines seiner Werke scheint in einer deutschen Version zu existieren. Auch…

Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton II

Band II von Laßwitz’ Geschichte des Atomismus (den er konsequent Atomistik nennt) ist mir unerwartet rasch in die Hände gekommen. Er hält im Grossen und Ganzen die hohe Qualität, der Darstellung, die ich schon beim ersten Band rühmen konnte. Es sind Laßwitz grob zusammengefasst folgende Punkte massgebend für die Entwicklung der ‘modernen’ (i.e. Newton’schen!) Auffassung…

Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton I

(Leider konnte ich auf die Schnelle nur den ersten Band von Laßwitz’ Geschichte der Atomistik in die Hände kriegen; ich werde mir Band 2 sicher noch besorgen – es könnte allerdings eine Weile dauern, bis ich ihn hier vorstelle.) Kurd Laßwitz’ Name hat das 21. Jahrhundert – wenn überhaupt – ‘nur’ als Autor von phantastischen…

Gottfried Wilhelm Leibniz / Kurfürstin Sophie von Hannover: Briefwechsel

Beinahe 35 Jahre, von 1680 bis 1714, standen die Landesherrin und ihr Untertan in regelmässigem Briefwechsel. Worüber liessen sich denn die beiden – meist in höfischem Französisch – so intensiv aus? Die Antwort ist verblüffend einfach, weil verblüffend: über Familiäres. Allerdings etwas einseitig: Leibniz’ private Umstände kamen ein einziges Mal zur Sprache, als eine seiner…

Barthold Heinrich Brockes: Irdisches Vergnügen in Gott. Dritter und vierter Teil. (= Werke, Band 3)

Als mir im Oktober letzten Jahres an der Frankfurter Buchmesse von jener freundlichen Dame des Wallstein-Verlags versichert wurde, ‘meine’ Werkausgaben würden weitergeführt, allerdings erst im Herbst 2015, war sie offenbar der Meinung, ich hätte Band 3 der Brockes-Werkausgabe bereits in Händen. Das war nicht der Fall. (Zur Erklärung: Ich habe diese Werkausgabe über meine Buchhandlung…

Platon: Timaios

Timaios wird in allen mir bekannten Aufzählungen (so auch bei Zeller und bei Gomperz) zu Platons Spätwerk gezählt; in meiner Ausgabe figuriert der Text in den Spätdialogen 2. Neben Stilkritik, Wortanalyse und Verweisen innerhalb des Korpus von Platons Werken ist es vor allem das zunehmende Zurücktreten der Hauptfigur Sokrates und der zunehmende Verzicht auf eine…

Georg Christoph Lichtenberg: Briefwechsel. Band II: 1780-1784

Lichtenberg ist mittlerweile wohlbestallter Professor in Göttingen. Er wird auch – was er selbstverständlich 1780 oder 1784 noch nicht weiss – keine weitere grosse Reise unternehmen. Sowohl England, wohin zu reisen er sich immer wieder wünscht, v.a. wegen der klugen Köpfe und der angenehmen Gesellschaft, die er dort vorgefunden hatte, wie Italien (die Sehnsucht nach…

Eduard Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung (Erster Teil: Allgemeine Einleitung. Vorsokratische Philosophie. Zweite Hälfte)

Da es sich ja ursprünglich auch nur um einen Band handelte, wird es nicht wundern, wenn ich feststelle, dass die zweite Hälfte – in der 6. Auflage ein separater Band – nahtlos dort weiterfährt, wo die erste endet, und dass auch Zellers Vorgehensweise in keiner Art geändert hat. (Eigentlich muss man sogar sagen: Zellers und…