Christopher Hitchens: Die Akte Kissinger

Indochina, Chile, Zypern, Osttimor – die Auflistung dieser Länder spricht Bände. Und überall hatte Kissinger seine (dreckigen) Finger drin, war darauf bedacht, seine persönlichen Eitelkeiten zu befriedigen, machte lukrative Geschäfte und all das auf Kosten von unzähligen Menschenleben. Hitchens hat damals (2001) mit dem Buch die Hoffnung verbunden, dass man Kissinger wegen all dieser Verbrechen…

Frank Rudolph: Cyrano de Bergerac. Poet – Fechter – Freigeist – Philosoph

Bis heute gibt es auf Deutsch keine brauchbare Biografie über Cyrano de Bergerac. Der Name selber ist hierzulande kaum bekannt. Fontane, Keller, Kapitän Nemo – ihrer aller Geburtstag wird zelebriert. Natürlich will ich zumindest Fontane und Keller die Ehren nicht vorenthalten, die ihnen zu Teil werden. Aber dass 2019 Cyranos 400. Geburtstag gefeiert werden kann,…

Paul Lendvai: Orbáns Ungarn

Paul Lendvai ist ein österreichischer Journalist mit ungarischen Wurzeln, der 1956 beim Ungarnaufstand unter jenen 200 000 Flüchtlingen war, die es über die Grenze in den Westen schafften. Er gilt als profunder Kenner der politischen Verhältnisse der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten und war jahrelang beim ORF Leiter der Osteuropa-Redaktion; 2010 wurde er mit Vorwürfen konfrontiert, dass er…

Volker Weiß: Die autoritäre Revolte

Die “neue Rechte” gibt Anlass zu zahlreichen Veröffentlichungen, die aber zumeist ziemlich trivial und wenig geistreich ausfallen. Dies ist beim Buch von Volker Weiß anders: Kein Lamento über den aufziehenden Untergang des Abendlandes oder die Einfalt von Pegida-Teilnehmern, sondern eine konzise Analyse dessen, was diese neue Rechte umtreibt und wo ihre geistigen Väter zu finden…

Michel Eltchaninoff: In Putins Kopf

Ausgehend von dem “philosophischen” Geschenk, das Putin an 5000 seiner höheren Beamten 2014 verteilen ließ (drei Bücher, in denen seine Vorstellungen des künftigen Russland beschrieben wurden) analysiert der Autor die ideologische Entwicklung des russischen Staatspräsidenten vom überzeugten sowjetischen Kommunisten über den Wirtschaftsliberalen zum orthodoxen, Großmachtsträume hegenden Führer einer neuen konservativen Weltordnung. Eltchaninoff zeigt anhand der…

Michael Lüders: Die den Sturm ernten

Dieses Buch ist eine Art Fortsetzung von “Wer den Wind sät” und befasst sich besonders mit der Situation in Syrien. Im Gegensatz zu Karin Leukefelds Auseinandersetzung mit dem Thema ist Lüders immer bemüht, eine (natürlich seine) objektive Sicht der Dinge darzustellen. Und nach meinem Dafürhalten gelingt ihm das ganz ausgezeichnet, er ist nirgendwo Partei oder…

Karin Leukefeld: Flächenbrand. Syrien, Irak, die arabische Welt und der islamische Staat

Bücher über den Nahen Osten gibt es viele – allerdings wenig lesbare. Dieses gehört nicht dazu. Die Autorin, die (und das macht das Buch eigentlich vertrauenswürdig) seit rund zehn Jahren als Journalistin aus dem Irak und nun aus Syrien berichtet, ist ganz offenkundig nicht jene objektive Beobachterin, als die sie sich darstellt (wenn sie etwa…

Svetlana A. Aleksievic: Secondhand-Zeit

Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, ein Glücksfall, angesiedelt zwischen konziser journalistischer Beobachtungsgabe und behutsamer sprachlicher Ausgestaltung, in dem Aleksievic die Schicksale völlig unterschiedlicher Personen in den post-sowjetischen Zeiten zwischen 1990 und 2010 dokumentiert. Ich habe aus diesem Buch sehr viel mehr erfahren und verstanden als etwa durch Schmids…

Ulrich Schmid: Technologien der Seele

Schmid analysiert den – vor allem seit der Krimannexion – neuen Traum vom russischen Imperium anhand der künstlerischen Aktivitäten in den unterschiedlichsten Medien (bis hin zum Computerspiel) und zeigt die sich mehr und mehr verstärkenden Versuche einer Gleichschaltung der öffentlichen Meinung. Und Putin trifft in diesem seinem Großmachtstreben offenbar den Nerv des russischen Bürgers, der…