Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton II

Band II von Laßwitz’ Geschichte des Atomismus (den er konsequent Atomistik nennt) ist mir unerwartet rasch in die Hände gekommen. Er hält im Grossen und Ganzen die hohe Qualität, der Darstellung, die ich schon beim ersten Band rühmen konnte. Es sind Laßwitz grob zusammengefasst folgende Punkte massgebend für die Entwicklung der ‘modernen’ (i.e. Newton’schen!) Auffassung…

Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton I

(Leider konnte ich auf die Schnelle nur den ersten Band von Laßwitz’ Geschichte der Atomistik in die Hände kriegen; ich werde mir Band 2 sicher noch besorgen – es könnte allerdings eine Weile dauern, bis ich ihn hier vorstelle.) Kurd Laßwitz’ Name hat das 21. Jahrhundert – wenn überhaupt – ‘nur’ als Autor von phantastischen…

Eckhard Keßler: Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert.

Keßlers Buch über die Philosophie der Renaissance beschränkt sich auf Italien: Nach einer Analyse des Humanismus in Italien werden in weiteren Kapiteln der Florentiner Neuplatonismus und der Paduaner Aristotelismus des 15. Jahrhunderts abgehandelt. Schon diese Überschriften machen klar: Dies ist kein Buch für den Hobbyphilosophen, sondern wendet sich an ein Fachpublikum. Es ist eine Zeit…

Hermann Cohen: Logik der reinen Erkenntniss

Zusammen mit (und noch vor) Paul Natorp gilt Hermann Cohen als das Haupt der Marburger Schule des Neukantianismus. Sein Credo war es, dass Kant mit seiner Erkenntistheorie nicht von der alltäglichen Erkenntnis gesprochen habe, sondern spezifisch von der wissenschaftlichen, noch spezifischer der naturwissenschaftlichen. Dies wird in vorliegenden Text schön exemplifiziert. Neben dem Umstand, dass ich…

Robert Hooke: Micrographia

Pepys nannte dieses Buch beim Erscheinen: “the most ingenious book that I ever read in my life”. Man könnte mit Fug und Recht davon sprechen, dass Micrographia die Art und Weise, wie die Menschen die Welt sahen, in grundlegender Manier geändert hat, ihnen ‘die Augen geöffnet hat’. Denn, was normalerweise eine schlecht angebrachte Hyperbel in…

Hans Heinz Holz: Dialektik. Problemgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Band III: Einheit und Widerspruch I. Die Signatur der Neuzeit

Holla! Nun aber! Jetzt will er’s wissen! – Das waren so die ersten Gedanken, die durch meinen Kopf schossen, nachdem ich das einleitende Kapitel Dialektik – was ist das überhaupt? gelesen hatte. Aber der Reihe nach: Die Bände III bis V von Holz’ Problemgeschichte der Dialektik sind bereits 1997 bei Metzler als eigenständige Produktion unter…

Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350 – 1600). Band 2

Band 2 schliesst unmittelbar an Band 1 an. Kein Vorwort, keine Einleitung, sogar die Paginierung wird weitergeführt. (Hingegen finden wir zum Schluss einen Epilog.) Die Aufteilung des Grundrisses scheint also mehr praktische, der Handhabung dienende, als innerliche, inhaltliche Gründe gehabt zu haben. (Leider gilt dieser unmittelbare Anschluss auch für das nach wie vor häufige Auftreten…

Erhard Oeser: Popper, der Wiener Kreis und die Folgen

Erhard Oeser versucht sich in einer historischen Aufarbeitung der Wissenschaftstheorie, die teilweise als die Fortsetzung der klassischen Erkenntnistheorie angesehen werden kann. Dabei bleibt die Verbindung so mancher Abschnitte zu diesem Komplex unklar: Man hat den Eindruck, dass einfach spezifische Problemstellungen (so wie sie Oeser in den Sinn kommen) abgehandelt werden, ihr Zusammenhang mit der Fragestellung…

Gunnar Andersson: Kritik und Wissenschaftsgeschichte

Dissertationen und Habilitationschriften zeichnen sich normalerweise nicht gerade dadurch aus, dass sie für Otto Normalverbraucher lesbar sind, oder auch nur interessant – zu fachspezifisch ist meist ihr Thema, zu verwickelt und voller Fachtermini ihr Stil. Das ist an und für sich nichts Schlechtes, sondern eine normale Konsequenz der immer weiter führenden Spezialisierung in allen Wissenschaften….

Bernhard Lauth, Jamel Sareiter: Wissenschaftliche Erkenntnis

Dieses Buch, das eine “ideengeschichtliche Einführung in die Wissenschaftstheorie” liefern möchte, wird allenthalben hoch gelobt: Ein Lob, das ich nicht nachvollziehen kann. Im Gegenteil: Das Buch ist in negativer Weise beispielhaft für solche Einführungen. Denn die Autoren verfolgen einen ungeheuer bequemen Weg: Sie erklären ausführlich (und oft auch umständlich) einfache Sachverhalte, während kompliziertere Themen ohne…