Sueton: The Twelve Caesars [dt.: Kaiserviten / OT: De vita Caesarum libri VIII]

(Je nach Übersetzer und Verlag lautet der deutsche Titel auch anders.) Sueton liefert in den Kaiserviten die Lebensbeschreibungen der ersten zwölf römischen Kaiser von Julius Caesar bis und mit Domitian. Die zwölf Beschreibungen sind dabei von einander unabhängig; Sueton wiederholt in einer späteren Beschreibung durchaus Ereignisse, die er bereits beschrieben hat, wenn z.B. der nächste…

Élisabeth Badinter: Maria Theresia

Laut Klappentext und Wikipedia handelt es sich bei der Autorin Élisabeth Badinter (*1944) um eine ehemalige Professorin für Philosophie an der École polytechnique in Paris. Sie hat offenbar schon früh den (ich zitiere Wikipedia) Beauvoir’schen Feminismus für sich entdeckt. Diese Informationen sind nicht unwichtig für das hier besprochene Buch. Nämlich: 1. Diese Biografie wurde ursprünglich…

Gottfried Wilhelm Leibniz / Kurfürstin Sophie von Hannover: Briefwechsel

Beinahe 35 Jahre, von 1680 bis 1714, standen die Landesherrin und ihr Untertan in regelmässigem Briefwechsel. Worüber liessen sich denn die beiden – meist in höfischem Französisch – so intensiv aus? Die Antwort ist verblüffend einfach, weil verblüffend: über Familiäres. Allerdings etwas einseitig: Leibniz’ private Umstände kamen ein einziges Mal zur Sprache, als eine seiner…

Gustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet

Bouvard und Pécuchet war Gustave Flauberts letzter Roman. Er sollte unvollendet bleiben, auch wenn offenbar nicht viel mehr als das Schlusskapitel fehlte. Es ist die Geschichte zweier Pariser Kopisten (eben: Bouvard und Pécuchet), die, durch Erbschaft an ein wenig Geld gekommen, beschliessen, ihre Arbeit aufzugeben und sich aufs Land, in die Normandie, zurückzuziehen, wo sie…

Hans Heinz Holz: Dialektik. Problemgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Band IV: Einheit und Widerspruch II. Pluralität und Einheit

In Band IV seiner Problemgeschichte der Dialektik widmet sich Hans Heinz Holz dem 18. Jahrhundert – von der Aufklärung bis zum Deutschen Idealismus. Er beschreibt zuerst die gesellschaftliche Entwicklung, die sich ausbildende Idee einer für alle Menschen geltenden Gedankenfreiheit. Ja, selbst den englischen Sensualismus, Locke und Hume, kann er nicht unerwähnt lassen, ist er doch…

Andrew Roberts: Napoleon & Wellington

Ausdrücklich keine Biografie, auch keine Doppelbiografie, will der englische Historiker und Publizist Andrew Roberts geschrieben haben. Es handelt sich beim vorliegenden Buch denn auch tatsächlich nicht um eine Biografie, wenigstens nicht um eine im klassischen Sinn. Dafür fehlen zu viele elementare Fakten. Schon eher könnte man das Buch als ‘Psychogramm’ der Beziehung der beiden Feldherren…

Täxtzit® 9

Täxtzit ist Schweizerdeutsch und steht für ‘Textzeit’ – Zeit für Texte. Die Schweizer Literaturschrift, Präsentationsforum für Schreibende und Illustrierende, wie sie sich weiter im Untertitel nennt, erscheint jährlich. Sie versammelt kürzere Texte. Aufnahmekriterium ist, bisher unveröffentlicht zu sein und einen Bezug zur Schweiz zu haben. Ich bin mir bei ersterem nicht sicher, ob das in…

Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350 – 1600). Band 1

Leinkaufs Grundriss erfüllt alle Bedingungen, um für den von ihm behandelten Zeitraum ähnlich epochemachend zu werden, wie es Zellers Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung vor 100 Jahren für die Philosophiegeschichte des antiken Griechenland war. Leinkaufs Darstellung ist fakten- und von daher auch umfangreich (rund 2’000 Seiten). Sie richtet sich an ein Fachpublikum, das…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 2. Band: Zweites Buch: Entdeckung der Natur und des Menschen – Lachende Zweifler – Niederlande, England

Auch Band 2 hätte wohl besser anders geheissen, z.B. „Der Nährboden, aus dem der europäische Atheismus entstehen konnte“ – denn Atheisten finden wir immer noch kaum in der Epoche vom ausgehenden Humanismus bis zur frühen Aufklärung. Mauthner hilft sich dadurch, dass er auch dieses Mal den Pantheismus zum Krypto-Atheismus erklärt, indem er in der Formel…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/6: Beilagen 1815 und 1816

Obwohl Band III/6 zwei Jahre umfasst, ist er doch nur noch ungefähr halb so umfangreich wie die beiden Bände III/4 (1813) und III/5 (1814). In Benekes Leben ist der Alltag eines Hamburger Bürgers wieder eingekehrt. Zwar beunruhigte Napoléons Rückkehr von Elba auch die Hamburger nochmals. Beneke wurde wieder als Major im Stabe zur Bürgergarde einberufen…