Theodor Storm / Theodor Fontane: Der Briefwechsel

104 Briefe in nicht ganz 35 Jahren: Schon die nackten Zahlen zeigen, dass es sich bei der Beziehung zwischen Storm und Fontane nicht um eine ganz grosse Freundschaft gehandelt haben kann. Immerhin wohnten die beiden nie so nahe beieinander, dass sich bei Kommunikationsbedarf ein mündlicher Austausch angeboten hätte. Auch blieben sie ihr Leben lang beim…

›Marginalien… 228. Heft

N° 228 der Marginalien ist die erste Nummer, die von der neuen Redaktion unter Till Schröder präsentiert wird. Es scheinen im Hintergrund etwelche Kabbeleien vor sich gegangen zu sein; als Mitglied in einem Aussenbezirk bekommt man so was ja nicht mit. Was ich sagen kann: Viel Neues bringt zumindest diese Nummer nicht. Das einzige, das…

›Marginalien… 221. Heft

Zumindest für Heft 221 kann ich Entwarnung geben. Was ich bei Heft 220 noch insgeheim befürchtet hatte – nämlich, dass (auf Grund auch der Vereinsgeschichte der herausgebenden Pirckheimer-Gesellschaft) die Marginalien sich vorwiegend bis ausschliesslich mit Verlagsgeschichte, Nachrufen sowie Leben und Wirken von Buchgestaltern und -illustratoren beschäftigen würden, ja mit DDR-Verlagsgeschichte, Nachrufen auf DDR-Persönlichkeiten sowie Leben…

Ferdinand Kürnberger: Der Amerikamüde

Dieses Auftragswerk Kürnbergers ist eine Antwort auf Willkomms Roman “Die Europamüden” und rechnet mit den amerikanischen Vorstellungen von Freiheit auf satirisch-parodistische Weise ab. Die Lebensgeschichte des Nikolaus Lenau (eigentlich Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau) steht dabei Pate, ist aber nicht mehr als eine Anregung, denn die Erlebnisse des Protagonisten Moorfeld haben kaum etwas mit…

Immermann: Tulifäntchen / Andreas Hofer / Memorabilien

Epigonal – das heisst Nach- und Ausschreiber seiner Vortreter – bleibt Karl Leberecht Immermann auch im fünften und letzten Band der von Harry Maync betreuten Ausgabe seiner Werke. Tulifäntchen So heisst der Titelheld einer in Versen gehaltenen romantischen Komödie, die ganz eindeutig in der Nachfolge ähnlicher Werke von Ludwig Tieck gehalten ist. Der Stoff ist…

Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit (3)

Dies ist in meiner Ausgabe der letzte Band des ehemals so berühmten Werks. Ich vermute, die vier Bände, die gemäss Wikipedia existieren sollen, sind bei mir ganz einfach in deren drei zusammengequetscht worden. Jedenfalls setzt der Autor noch einmal beim Ende des Dreissigjährigen Kriegs an, beim Westfälischen Frieden. Freytag zeichnet nochmals ein Bild des ‘kleinen…

Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit (2)

Als Gustav Freytag seine Bilder aus der deutschen Vergangenheit schrieb, befand sich das Deutsche Reich gerade in der Endphase seiner Konstituierung. Noch wehrten sich vor allem die süddeutschen Staaten gegen eine Hegemonisierung durch Preußen; ein gross-deutsches Reich unter Einbezug der deutschsprachigen Teile von Österreich-Ungarn war bereits vom Tisch. Freytags Bilder sind denn (auch) Parteinahme. Der…

Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit (1)

Noch vor 80, 90 Jahren zählten Gustav Freytags Werke zum Inventar des klassischen Bildungsbürgertums. Seither geriet er rapide in Vergessenheit; allenfalls an seinen Roman Soll und Haben erinnert man sich noch. Dieser Roman ist allerdings heute verrufen, gilt er doch als Musterbeispiel des Anti-Semitismus des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich sind es in diesem Roman vorwiegend die…