Robert Louis Stevenson: Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Auf den Inhalt von Dr. Jekyll & Mr. Hyde brauche ich wohl nicht einzugehen – der ist bekannt. 1886 zum ersten Mal erschienen, teilt dieser Roman mit Mary Shelleys Frankenstein das Schicksal, heute vorwiegend als Horror-Geschichte rezipiert zu werden. In beiden Fällen sind wohl die verschiedenen Adaptionen durch Funk, Film und Fernsehen in hohem Masse…

Arthur Conan Doyle: The Hound of the Baskervilles

Dass die Überstzung Der Hund von Baskerville, wie man sie meist findet, nicht ganz korrekt ist, es Der Hund der Baskervilles heissen müsste, hat sich mittlerweile wohl herumgesprochen. Nicht, dass das wirklich eine Rolle spielt – letzten Endes gehört der Hund ja genau so wenig den Baskervilles, wie er auf dem Landgut Baskerville in Devonshire…

Edgar Allan Poe: The Narrative of Arthur Gordon Pym

In vollständiger Länge lautet der Titel dieses ersten – und einzigen – Romans von Edgar Allan Poe folgendermassen: THE NARRATIVE OF ARTHUR GORDON PYM, OF NANTUCKET, COMPRISING THE DETAILS OF A MUTINY AND ATROCIOUS BUTCHERY ON BOARD THE AMERICAN BRIG GRAMPUS, ON HER WAY TO THE SOUTH SEAS, IN THE MONTH OF JUNE 1827. WITH…

Christopher Lee. Oder: Wie erlangt man als Schauspieler Kultstatus?

Gestern vor einer Woche starb, 93-jährig, Christopher Lee. Ähnlich wie Pierre Brice wurde er durch eine einzige Rolle berühmt. Ähnlich wie Pierre Brice stammte er (zumindest mütterlicherseits) aus europäischem Adel. Ähnlich wie bei Pierre Brice ist die Rolle, mit der er berühmt wurde, aus einem Buch genommen worden. Ähnlich wie bei Pierre Brice hatte er…

Isak Dinesen: Seven Gothic Tales

Karen Blixen, eigentlich Karen Christence von Blixen-Finecke, geborene Dinesen (1885-1962), schrieb ihre literarischen Texte meist zuerst auf Englisch, bevor sie sich dann selber ins Dänische übersetzte. Auf Englisch veröffentlichte sie als “Isak Dinesen”, während derselbe Text auf Dänisch von “Karen Blixen” stammte. Warum sie im deutschen Sprachraum dann als “Tania Blixen” publiziert (wird), entzieht sich…

Henry James: Wie alles kam

Unter diesem Titel erschien 2012 in der sehr verdienstvollen Reihe der Manesse Bibliothek der Weltliteratur ein Sammelband mit 5 kürzeren und bisher noch nicht auf Deutsch übersetzten Erzählungen Henry James’ aus verschiedenen Schaffensperioden: Georginas Gründe (1885) M. Briseux’ Liebchen (1873) Wie alles kam (1896) Augengläser (1896) Kollaboration (1892) Besonders bei der mittleren, der ganzen Sammlung…

Edgar Allan Poe: Ligeia

Edgar Allan Poe gilt als Meister der Horrorgeschichte. Diesem seinem Ruf wird er auch in der vorliegenden, weniger bekannten Kurzgeschichte gerecht. Erzählt wird in der Ich-Form. Der Erzähler war in erster Ehe mit Ligeia verheiratet – einer dunkelhaarigen Schönheit, deren Nachnamen er nicht weiss. Nicht mehr weiss, also vergessen hat, oder nie erfahren hat? Selbst…

Joseph Sheridan Le Fanu: Passage in the Secret History of an Irish Countess [Auszug aus der geheimen Geschichte einer irischen Gräfin]

(Noch mal was Kurzes von Sheridan Le Fanu.) Einmal mehr stammt die deutsche Übersetzung des Titels von mir. Ich habe für ‘Passage’ bewusst ‘Auszug’ genommen, um den wissenschaftlich-neutralen Touch widerzugeben, den das Original hat. Viel von seinem Horror nimmt dieser Text nämlich aus der Diskrepanz zwischen dem sachlichen und nüchternen Stil, in dem erzählt wird,…

Mary Shelley: Frankenstein

Mary Shelley (1797-1851) ist wohl am besten bekannt für ihren Roman Frankenstein – wenn nicht überhaupt nur für diesen. Genau gesagt heisst der Roman im Original Frankenstein or The Modern Prometheus und erschien 1818. Mit Frankenstein schuf Mary Shelley einen Mythos, der bis heute in der Trivialkultur grosse Wellen schlägt. (Auch wenn der eine oder…

Charles Robert Maturin: Melmoth the Wanderer

Mit diesem Roman schliesse ich meine kleine literarische Expedition ins Reich der Ahnherren und -damen des “Supranatural Horror”, wie sie von H. P. Lovecraft vorgeschlagen wurden. Das Resultat ist durchzogen; zu 100% überzeugen kann heute keiner der alten Horror-Romane mehr. Trivialliteratur – auch gute Trivialliteratur – hat eindeutig eine bedeutend kürzere Halbwertszeit als die sog….