Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis

Zwischen dem hier vorliegenden dritten Teil der Philosophie der symbolischen Formen und dem zweiten liegen 4 Jahre, der erste ist gar 6 Jahre früher erschienen (1929 – 1925 – 1923). Diese lange Entstehungszeit merkt man vor allem dem dritten Teil an – im Grossen und Ganzen zu dessen Vorteil. Allerdings könnte man sagen, dass die…

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Erster Teil: Die Sprache

Im Vorwort Einleitung und Problemstellung gibt Cassirer das ursprüngliche Ziel seines hier vorliegenden Hauptwerks an: Er will den Unterschied bzw. die Gleichberechtigung der Natur- und der Geisteswissenschaften definieren – eine Diskussion, die damals in der Philosophie des Neukantianismus gerade en vogue war. (‘Ursprünglich’ deshalb, weil Cassirer dann unterm Schreiben dieses Ziel etwas aus den Augen…

Schlüsselbegriffe der Philosophie des 19. Jahrhunderts

herausgegeben von Annika Hand, Christian Bermes und Ulrich Dierse. Hamburg: Felix Meiner, 2015. (=Archiv für Begriffsgeschichte, Sonderheft 11) Das Archiv für Begriffsgeschichte wurde seinerzeit gegründet, um verschiedenste Lemmata für ein philosophisches Wörterbuch in der Nachfolge des veraltenden Wörterbuchs von Rudolf Eisler zu sammeln und aufzubereiten. Dieses Wörterbuch ist seither unter der Federführung von Joachim Ritter…

Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Dritter Band: Rationalismus bis Zweck. Personen- und Sachregister

Implizit gibt Mauthner in diesem Band zu, dass er das Wörterbuch nicht nach Stichworten verfasst hat, sondern linear, von vorne nach hinten. Unter dem Stichwort Uhrengleichnis vermerkt er nämlich, dass er, was er ursprünglich hierhin setzen wollte, unterdessen bereits unter dem Stichwort Okkasionalismus im zweiten Band abgehandelt habe und hier das Stichwort Uhrengleichnis nur noch…

Netzwerk der Aufklärung. Neue Lektüren zu Johann Heinrich Merck

Herausgegeben von Ulrike Leuschner und Matthias Luserke-Jaqui. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 2003 Dieses Buch versammelt verschiedene (ich weiss nicht, ob alle) Vorträge, die am 25. März 2002 an einem wissenschaftlichen Kolloquium zum Thema Johann Heinrich Merck in Darmstadt gehalten worden sind. Dieses Kolloquium war auch der Startschuss für eine neue Edition der Briefe…

Shaftesbury: Ein Brief über den Enthusiasmus / Die Moralisten

Enthusiasmus heisst das Schlüsselwort, das die beiden Texte miteinander verbindet. Wobei das Wort mit jeweils gegensätzlichen Konnotationen versehen ist. Im Brief über den Enthusiasmus geht es um das Verhalten von als Glaubensflüchtlinge von Frankreich nach England gekommenen Hugenotten, die nun in England recht radikal und fundamental Proselyten zu machen versuchen. Der urbane Weltmann Shaftesbury empfiehlt…

Karl Philipp Moritz: Reisen eines Deutschen in England im Jahr 1782

Hamann ging in London moralisch und pekuniär vor die Hunde. Lichtenberg andererseits genoss das pulsierende Grossstadtleben (um diesen Gemeinplatz auch einmal verwenden zu dürfen); auch wurde der berühmte Physiker gefeiert und gar dem König vorgestellt. Moritz positioniert sich mit seiner Englandreise irgendwo dazwischen. Im Gegensatz zu Lichtenberg war er kein Landeskind von Georg III. (mehr)…

Günter Gawlick, Lothar Kreimendahl: Hume in der deutschen Aufklärung. Umrisse einer Rezeptionsgeschichte.

David Hume hat auf seine Anerkennung als Philosoph lange warten müssen – sogar heute noch ist er dem englischen Publikum eher als Historiker ein Begriff. Und auch die Rezeptionsgeschichte seines Denkens in Deutschland war von Ignoranz und Ablehnung geprägt. Wäre da nicht ein gewisser Immanuel Kant gewesen, der da behauptete, vom Schotten aus seinem “dogmatischen…

G. Streminger, E. Topitsch: Hume

Diese 1981 erschienene Abhandlung über das Werk David Humes ist die wohl immer noch beste Einführung in das Werk des schottischen Aufklärers, wobei der Großteil der Kapitel von Gerhard Streminger (dessen spätere Hume-Biographie den Standard für die Zukunft gesetzt hat) geschrieben wurde, nur das Kapitel über die religiösen Weltbilder ist von Ernst Topitsch verfasst (und…

Søren Kierkegaard, * 5. Mai 1813

Vor ein paar Tagen feierten wir den 200. Geburtstag von Søren Kierkegaard. Wobei mir “feiern” etwas übertrieben scheinen will. Zugegeben, Jahrestage gehen zwar sowieso meist unbemerkt an mir vorüber, aber dennoch habe ich den Eindruck, dass Kierkegaards Geburtstag ausserhalb der Feuilletons der grossen Zeitungen recht wenig beachtet wurde. Die Gründe liegen meiner Ansicht nach auf…