Robert Musil: In Zeitungen und Zeitschriften I. Unselbständige Veröffentlichungen 1898-1922

Irgendjemand scheint dem Herausgeber dieser Gesamtausgabe gesteckt zu haben, dass Buchtitel wie In Zeitungen und Zeitschriften doch etwas gar Kindliches an sich haben. Nur so kann ich mir erklären, dass Band 9 den Titel ein wenig variiert; wohl, um ihn akzeptabler, ‘erwachsener’ wirken zu lassen. Auf dem Schutzumschlag finden wir zwar noch immer In Zeitungen…

Robert Musil: Bücher II

Band 8 der Werkausgabe von Walter Fanta. Der Band ist dieses Jahr bei Jung und Jung in Wien und Salzburg erschienen – und den Titel empfinde ich wie schon bei Bücher I als … nun ja, sagen wir: ungelenk. So hätte mein 10-jähriger Neffe – wenn ich denn überhaupt einen hätte – genannt, was ursprünglich…

Begleitband II.1 zu den Beneke-Tagebüchern: Zeitleiste und Anhänge

Etwas irritiert bin ich ja nun schon durch den ersten Teil des Begleitbandes II. Er wirft in mir mehr Fragen auf, als er beantwortet. Nämlich: Es gibt hier einen kurzen Mittelteil, der sich Zur Edition und zum Register nennt. Solche rein fachlichen Informationen werden gern überschlagen, denn ein Abkürzungs- und Siglenverzeichnis hat man sich unterm…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/6: Beilagen 1808 bis 1810

Irgendwie scheint es bei Ferdinand Beneke wellenförmig oder zyklisch zuzugehen, was die Auswahl seiner Beilagen zum Tagebuch betrifft. Hatten wir in den Beilagen der Jahre 1802 bis 1805 kaum Spuren der politischen Ereignisse jener Zeit gefunden, so mussten wir für die beiden folgenden Jahre feststellen, dass in Bezug auf die Beilagen die Jahre 1806 und…

Friedrich Heinrich Jacobi: Romane II – Woldemar

Mme de Staël hielt Jacobi für den größten lebenden deutschen Philosophen – auch und gerade wegen seines Woldemar. Goethe hingegen soll sich über dieses Werk lustig gemacht haben. Nun sind beider literaturkritischen oder gar philosophischen Fähigkeiten nicht über jeden Zweifel erhaben. Im vorliegenden Fall tendiere ich eindeutig dazu, dem Deutschen Recht zu geben. Frau von…

Friedrich Heinrich Jacobi: Romane I – Eduard Allwill

Unter dem Titel Eduard Allwill veröffentlichen die Herausgeber der Kritischen Ausgabe von Jacobis Werken zwei Fassungen desselben Textes: Eduard Allwills Papiere von 1776 und Eduard Allwills Briefsammlung von 1792, denen sie jeweils Varianten zuzählen. Die erste Fassung, mit einem (anonymen) Zitat von Goethe einsetzend, Lavater und Shaftesbury zitierend, orientiert sich in Stil und Inhalt stark…

Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften II. 1787-1817

Bedeutend disparater, und auch bedeutend weniger interessant, sind die Kleinen Schriften aus den späteren Jahren, wenn man sie mit denen aus den früheren vergleicht, die wir in Band I gefunden haben. Umso mehr schätzt der Leser die erklärenden Anmerkungen der Herausgeber, ohne die man zum Teil kaum versteht, worum es Jacobi in diesem oder jenem…

Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften I. 1771-1783

Mit Band I der Kleinen Schriften – also im Großen und Ganzen jener Texte, die es nicht zu eigenem eigenen Buch geschafft haben (eine Ausnahme finden wir) – gewinnt Jacobi an Profil für den heutigen Leser. Während die ersten drei Bände der kritischen Werkausgabe seine philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Spinozismus einerseits, dem transzendentalen Idealismus andererseits…

Friedrich Heinrich Jacobi: Schriften zum Streit um die göttlichen Dinge und ihrer Offenbarung

Selbst einem Profi kann eine Rezension mal aus dem Ruder laufen. Ein Beispiel ist der vorliegende Text: Eigentlich wollte und sollte Jacobi nur für eine Zeitschrift des Verlegers Perthes eine Rezension schreiben zum gerade erschienenen Band VI seiner Gesammelten Werke, die Mathias Claudius veranstaltete. Doch Jacobi kam vom Hundertsten ins Tausendste und schrieb schließlich einen…

Friedrich Heinrich Jacobi: Schriften zum transzendentalen Idealismus

Interessant, interessant … Da wehrt sich Jacobi im Aufsatz David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus. Ein Gespräch gegen die Interpretation, die ich seinem zwei Jahre älteren Werk Über die Lehre des Spinoza in den Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn gab: Er habe nie David Hume als seinen Lehrer in Sachen ‘Sprung…