Ramon Llull: Das Buch vom Heiden und den drei Weisen [Llibre del gentil e dels tres savis / Liber de gentili et tribus sapientibus]

Ramon Llull (auch Ramon Lull), latinisiert Raimundus Lullus (auch Raymundus Lullus), ist der wohl originellste Denker des christlichen Mittelalters. (Ich zögere, ihn der Scholastik zuzurechnen, denn er hat nie die theologische Ausbildung an einer Universität erhalten, die die Scholastiker auszeichnet, ja überhaupt eine Ausbildung zum Priester.) Schon seine Herkunft und sein Werdegang sind speziell. Aus…

Samuel Lublinski: Die Entstehung des Christentums aus der antiken Kultur

Curiosa In diese Abteilung meiner Bibliothek gehört vorliegendes Buch. Schon als Student las ich sehr gerne Bücher, die die Entstehung von irgendetwas aus irgendetwas anderem mehr oder weniger wissenschaftlich herleiten – sei es der Welt, sei es eines bestimmten Aspekts dieser Welt. Das können systematische Geschichtsentwürfe sein oder sonstige Versuche, Phänomene menschlichen Daseins zu erklären….

Joris-Karl Huysmans: Lourdes. Mystik und Massen

Wenn es einen gibt, der niemals den Wunsch gehabt hat, Lourdes zu sehen, dann bin ich es. Mit diesem Satz beginnt in meiner Ausgabe das erste Kapitel des Berichts über seinen Besuch in Lourdes – denn den Besuch hat Huysmans dann trotzdem gemacht und sogar einen Bericht im Anschluss verfasst. Der Autor gibt gleich nach…

Petrus Abaelard: Collationes sive Dialogus inter Philosophum, Iudaeum et Christianum / Gespräch eines Philosophen, eines Juden und eines Christen

Historisch gesehen handelt es sich beim vorliegenden Dialog zur religiösen Toleranz von Abaelard um den ersten in der Reihe der großen drei, die kirchliche oder scholastisch geschulte Denker hervorgebracht haben. Niklaus von Kues’ De pace fidei habe ich bereits vorgestellt; den Text von Ramon Llull muss ich nach dem Umzug erst wieder finden… Abaelard hat…

Nikolaus von Kues: De pace fidei / Vom Frieden zwischen den Religionen

Drei grosse „Dialoge“ sind es, die in der mittelalterlichen Theologie zumindest ansatzweise für eine Toleranz gegenüber anderen Religionen predigen. Zumindest gegenüber den anderen grossen monotheistischen Religionen, also dem Judentum und dem Islam. Die drei „Dialoge“ stammen von Petrus Abaelard, Ramon Llull und Nikolaus von Kues. Cum grano salis könnte man sie der Frühscholastik (Abaelard), der…

Gion Mathias Cavelty: Innozenz. Legende

Schon der Titel lässt Schlimmstes vermuten. Und es kommt sogar noch schlimmer als erwartet. Das Büchlein hebt an mit Im Anfang war das Wort. Um sogleich weiterzufahren mit Doch das Wort war eine Lüge. Eine Parodie auf das ‘Buch der Bücher’. Um genau zu sein: eine Parodie auch darauf. Cavelty erzählt uns die Geschichte des…

Jerneja Jezernik: Alma M. Karlin – Mit Bubikopf und Schreibmaschine um die Welt

Alma Karlin… Ich gestehe, dass ich den Namen noch nie gehört hatte (oder sofort wieder vergessen), bis ich vor kurzem in einem Verlagsprospekt auf die nun hier zu besprechende Biografie von ihr gestoßen bin. Dabei liebe ich Reiseliteratur. Karlin ist, ebenso wie der ziemlich genau um ein Jahr ältere Richard Katz, in ihrer Herkunft ein…

Heinrich Schmidinger (Hrsg.): Wege zur Toleranz. Geschichte einer europäischen Idee in Quellen

Gemäß Klappentext handelt es sich hier um ein Projekt von „Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas“. Darauf, warum für dieses Projekt ausgerechnet das Thema „Toleranz“ gewählt wurde, finde ich keine Hinweise. Und warum Graz – das ja über eine eigene Universität verfügt, die auch keine schlechten Professoren ihr eigen nennt (jedenfalls war das so zu meiner Zeit)…

Olga Tokarczuk: Die Jakobsbücher

Oder – so der Untertitel – Eine große Reise über sieben Grenzen, durch fünf Sprachen und drei große Religionen, die kleinen nicht mitgerechnet. Eine Reise, erzählt von den Toten und von der Autorin ergänzt mit der Methode der Konjektur, aus mancherlei Büchern geschöpft und bereichert durch die Imagination, die größte natürliche Gabe des Menschen. Den…

Hugo von Hofmannsthal: Gedichte und Prosa

Gedichte und Prosa liefert einen Querschnitt durch Hugo von Hofmannsthals nicht-dramatisches Werk, angefangen bei den Gedichten des Gymnasiasten Loris bis zu den späten Essays und Reden. Dazu kommt ein Anhang mit – unter anderem – Anmerkungen, einem Nachwort der Herausgeber und Ausgewählter Forschungsliteratur. Zielpublikum ist demnach eindeutig der Student oder die Studentin der Literaturwissenschaft. In…