Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn

Gelesen in folgender Ausgabe: Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn. Mit einer Einleitung von Kurt Oesterle sowie zusätzlichen Quellen und Materialien. Tübingen: Klöpfel & Meyer, 2017 Die zusätzlichen Quellen und Materialien bestehen vor allem aus Tagebucheinträgen Waiblingers, die er anlässlich seiner Besuche bei Hölderlin niedergeschrieben hat. Verlag und Herausgeber taten gut daran, den…

Reinhard Horowski: Hölderlin war nicht verrückt

Eigentlich hatte ich den französischen Germanisten Pierre Bertaux schon wieder vergessen. Vor allem dessen zweites Werk zu Hölderlin – das auf Deutsch ganz simpel Friedrich Hölderlin hieß und hierzulande 1978 zum ersten Mal erschienen war – vor allem dieses Werk also hatte seinerzeit doch einiges Rumoren in der germanistischen Landschaft verursacht. Bertaux behauptete doch nichts…

Theodor Storm / Theodor Fontane: Der Briefwechsel

104 Briefe in nicht ganz 35 Jahren: Schon die nackten Zahlen zeigen, dass es sich bei der Beziehung zwischen Storm und Fontane nicht um eine ganz grosse Freundschaft gehandelt haben kann. Immerhin wohnten die beiden nie so nahe beieinander, dass sich bei Kommunikationsbedarf ein mündlicher Austausch angeboten hätte. Auch blieben sie ihr Leben lang beim…

Spring

Nach Herbst und Winter nun also mit Spring (Frühling) die dritte Jahreszeit, die von der Folio Society mit einer kleinen Anthologie gefeiert wird. Es hat etwas Eigenes, eine Frühlings-Anthologie an einem schönen und warmen Oktober-Nachmittag auf der Veranda zu lesen. Die Jahreszeiten geraten ein wenig durcheinander, und zum Schluss ist man nicht sicher, ob man…

… 10 Bücher aufzulisten, die mich prägten, beeinflußten und die in meinem Leseleben herausragend sind

Auf Facebook macht gerade eine Art Kettenbrief die Runde, in der einer den andern auffordert, 10 Bücher zu notieren. Hier der Originaltext: Ich wurde von XYZ eingeladen, eine Liste von 10 Büchern zusammenzustellen. Die Regeln: 10 Bücher im Status auflisten, die mit dir in irgendeiner Weise verbunden geblieben sind. Nimm dir nicht mehr als ein…

Hermann Burger: Ein Mann aus Wörtern / Als Autor auf der Stör

‘Tutti Frutti’ nennt man hierzulande eine Mischung aus verschiedenen Dörrfrüchten und eventuell noch verschiedenen Nüssen, verpackt in handliche Plastik-Tütchen. Eine beliebte Zwischenverpflegung und Stärkung auf Wanderungen und Schulreisen. ‘Tutti Frutti’ möchte ich auch den vorliegenden 7. Band der Burger-Werkausgabe nennen. Die Herausgeber der Werkausgabe sind unschuldig; Hermann Burger hat die Texte selber so zusammengestellt und…

Hermann Burger: Rauchsignale / Kindergedichte / Kirchberger Idyllen

Es war Hermann Burgers Schicksal, in der tiefsten Provinz zur Welt zu kommen. (Dass er dann allerdings sein Leben darin verbrachte, war eine Entscheidung freien Willens.) “Tiefste Provinz”, sagte ich, und ich meine es. Nicht nur, dass er 1942 in der Schweiz zur Welt kam und hier aufwuchs, was an sich schon bedeutet hätte, in…

“Üb’ immer Treu und Redlichkeit” – Höltys Lyrik

Eigentlich ist fast bösartig, ausgerechnet die wohl bekannteste Zeile aus Höltys Lyrik als Titel dieser Betrachtungen zu verwenden. Sie ist zwar typisch für ihn – und tut ihm dennoch Unrecht. Ludwig Christoph Heinrich Hölty (geboren 1748, gestorben 1776 – also mit 28 Jahren) würde als Frühvollendeter gelten, wenn er heute überhaupt noch wahrgenommen würde. Doch…