Jules Massanet: Werther

Giuseppe Verdi war nicht der einzige, der einen Stoff des deutschen Sturm und Drang nahm und in eine Oper umwandelte. So etwas war im 19. Jahrhundert, vor allem in seiner zweiten Hälfte, fast eine Art Mode geworden – ähnlich wie man heute Bücher verfilmt, hat man damals Bücher „veropert“. Jules Massanets Oper hatte insofern eine…

Briefe von und an Lessing 1776-1781

Meine Freude war nur kurz. Und ich verlor ihn so ungern, diesen Sohn! denn er hatte so viel Verstand! so viel Verstand! – Glauben Sie nicht, daß die wenigen Stunden meiner Vaterschaft, mich schon zu so einem Affen von Vater gemacht haben! Ich weiss, was ich sage! – War es nicht Verstand, daß man ihn…

Briefe von und an Lessing 1743-1770

Friedrich Schlegel, zitiert vom Herausgeber dieses Briefwechsels im Anhang, meinte in seinem Essay Über Lessing (1797/1801), Lessings Größe habe vor allem in seiner »Individualität« gelegen, und für deren Studium sei der eine oder andere von Lessings Briefen »mehr wert ‹…› als manches seiner berühmtesten Werke«. Eigentlich 1987 als Band 11/I einer Ausgabe von Lessings Werken…

›Marginalien… 226. Heft

Abermals eine Ausgabe der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, die praktisch ausschliesslich auf den Osten Deutschland, ja auf die DDR, fixiert ist. Als erstes werden die Grafikerin Susanne Theume (geb. 1975 in – Halle) und ihr Werk vorgestellt. Der Autor, André Schinkel, setzt dabei in einem derart schwülstigen Ton ein, dass der Leser erschrickt und…

Heinrich Christian Boie / Luise Justine Mejer: Briefwechsel 1776 – 1786. Band 3: Juli 1784 – Juli 1786

Weisst Du, geneigter Leser, geneigte Leserin, was ein Küßenbüren ist? Ich wusste es bis vor kurzem nicht. Ich vermutete zwar, wie sich herausstellte, das Richtige; aber nachdem das Wort zum wiederholten Mal im Briefwechsel zwischen den beiden Verlobten Boie und Mejer aufgetaucht war, wollte ich ganz sicher sein. Doch mein Universalauskunftsmittel, Freund Google, liess mich…

Heinrich Christian Boie / Luise Justine Mejer: Briefwechsel 1776 – 1786. Band 1: Juni 1776 – Juni 1782

Beide stammten sie aus sog. ‘hübscher’ Familie. Die ‘hübschen Familien’ bildeten im 18. und frühen 19. Jahrhundert in Kurhannover und im Königreich Hannover den zweiten Stand der Ständegesellschaft. Unter der regierenden Aristokratie waren sie eine Art Beamtenadel, allerdings auf bürgerlicher Basis. Ähnlich aber wie die Aristokratie achteten diese bei Hofe zugelassenen Familien darauf, unter sich…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 5: 1779-1780

230 Seiten Originaltext stehen deren 640 mit Anmerkungen, Kommentaren etc. gegenüber – alleine schon das zeigt, mit welchem Aufwand und welcher Sorgfalt das Herausgeberteam um Ulrike Leuschner den fünften Band der Werkausgabe (erschienen 2016, bei Wallstein) gestaltet hat. Mercks Werk in den beiden Jahren 1779 und 1780 besteht vor allem aus Rezensionen. Merck rezensierte so…

Weitere belletristische Werke von K. Ph. Moritz

(“Weitere” deswegen, weil meine kleine Werkausgabe [Bibliothek Deutscher Klassiker 159] neben dem Reiser und dem Hartknopf und neben Moritz’ theoretischen Schriften auch noch ein paar Gedichte, ein Drama und drei Prosa-Fragmente enthält. Letztere will ich nun ganz kurz vorstellen – die theoretischen Schriften folgen später.) Moritz’ Gedichte allerdings sind höchstens literaturhistorisch interessant. Die deutsche Literatur…

Karl Philipp Moritz: Andreas Hartknopf. Eine Allegorie / Andreas Hartknopfs Predigerjahre

Anders als der Anton Reiser ist der Andreas Hartknopf1) desselben Autors einigermassen unbekannt. Schon Moritz’ Zeitgenossen rezipierten den ersten Teil, die Allegorie, weniger als den Reiser, den zweiten Teil dann schon fast gar nicht. Ich habe Andreas Hartknopf vor Jahren schon einmal gelesen, kann mich aber an keine Details mehr erinnern. Dies hier ist nun…

Gottfried August Bürger: Briefwechsel. Band I: 1760 – 1776

Herausgegeben von Ulrich Joost und Udo Wargenau. Göttingen: Wallstein, 2015. – Eine geballte Ladung Kompetenz steht also hinter dieser Ausgabe, war doch Ulrich Joost schon mitverantwortlich bei der Herausgabe des Briefwechsels eines anderen (Wahl-)Göttingers derselben Epoche, Georg Christoph Lichtenberg, und auch beim Wallstein-Verlag kennt man sich mit Briefwechseln aus jener Zeit sehr gut aus, man…