Plinius: Metallurgie • Kunstgeschichte • Mineralogie

Wenn ein Autor ein Buch beginnt mit einer Aufzählung der verschiedenen Kupferminen, rasch abgleitet in eine Beurteilung der Qualität des dort jeweils geförderten Metalls, diese Qualität ebenso rasch festmacht an der jeweiligen Verunreinigung, von hier auf Kupferlegierungen im Allgemeinen und dann auf Bronze im Speziellen wechselt, bei „Bronze“ deren verschiedene Verwendungsarten aufzählt, um schließlich bei…

Adam Smith: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations [Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker]

Smith gehört zu jener recht großen Menge schottischer Philosophen der Aufklärung, die wir vor allem mit dem Namen von David Hume verbinden und deren Zentrum die Universitäten von Edinburgh und Glasgow waren. Auch Smith studierte und lehrte dort: Er war in Glasgow Student von Frances Hutcheson und später auch dessen Nachfolger auf dem Lehrstuhl für…

Jerneja Jezernik: Alma M. Karlin – Mit Bubikopf und Schreibmaschine um die Welt

Alma Karlin… Ich gestehe, dass ich den Namen noch nie gehört hatte (oder sofort wieder vergessen), bis ich vor kurzem in einem Verlagsprospekt auf die nun hier zu besprechende Biografie von ihr gestoßen bin. Dabei liebe ich Reiseliteratur. Karlin ist, ebenso wie der ziemlich genau um ein Jahr ältere Richard Katz, in ihrer Herkunft ein…

Plinius: Geographie

Mit der Geografie als Wissenschaft war es in der Antike so eine Sache. Mangels auch nur halbwegs geeigneter Instrumente zu einer präzisen Erfassung von Distanzen – geschweige denn von Längen- und Breitengraden – war vieles, zu vieles, nur Schätzung und Augenmaß. So differieren die verschiedenen Quellen des Plinius immer wieder, wenn es um die Distanz…

Aravind Adiga: Der weiße Tiger

Nach der zwar amüsanten, schließlich aber doch ein wenig enttäuschenden Lektüre von “Golden boy” war ich auf Adigas Erstling gespannt, für den er den Booker-Prize erhielt. Und – wie ich nun gestehen muss – zu Recht. “Der weiße Tiger” ist all das, was ich am Golden Boy vermisst habe: Nicht nur Witz um des Effektes…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 6: 1781-1782

Ende 1780 sollte Wieland im Teutschen Merkur ankündigen, dass diese seine Zeitschrift ab dem Folgejahr keine Rezensionen mehr enthalten würde. Merck hatte seit längerem nur noch für den Teutschen Merkur geschrieben und praktisch nur noch Rezensionen verfasst. Obwohl er aus früheren Zeiten auch noch mit Nicolai in Berlin befreundet war, und früher auch in dessen…

Rudyard Kipling: Kim

I am Kim. I am Kim. And what is Kim? – Immer wieder, mantra-mässig, stellt sich der Protagonist des Romans diese Frage. Nicht zu Unrecht, denn: Wer oder was ist Kim wirklich? Nur auf den ersten Blick erscheint die Antwort einfach: Kim ist Kimball O’Hara, der Sohn eines britischen Soldaten, der mit seinem britischen Regiment…

Rudyard Kipling: Von Ozean zu Ozean. Unterwegs in Indien, Asien und Amerika [From Sea to Sea and Other Sketches: Letters of Travel 1887-1889]

Der 22 Jahre alte Rudyard Kipling, als Journalist für verschiedene englischsprachige Zeitungen auf dem indischen Subkontinent tätig, hatte, wie man so schön sagt, die Schnauze voll von seinem Job. So kam ihm das Angebot, über eine Reise durch Indien in einer dieser Zeitungen zu berichten (wofür er bezahlt werden sollte), gerade recht. Im November 1887…

Chiara Frugoni: Inventions of the Middle Ages [a.k.a.: Book, Banks, Buttons and Other Inventions from the Middle Ages / dt.: Das Mittelalter auf der Nase: Brillen, Bücher, Bankgeschäfte und andere Erfindungen des Mittelalters / OT: Medievo sul naso: Ochiali, Bottoni e altre invenzioni medievali]

Erklärtes Ziel dieses 2001 auf Italienisch erschienenen Buches ist es, mit dem Vorurteil des ‘finsteren Mittelalter’ aufzuräumen. Chiara Frugoni ist Historikerin mit dem Spezialgebiet ‘Mittelalter’, sollte also wie keine zweite dafür prädestiniert sein, so ein Buch schreiben zu können. Tatsächlich ist die Menge der von ihr aufgeführten Erfindungen des Mittelalters stupend 1) – vieles von…

Ibn Battutah

Ibn Battuta, manchmal auch mit ‘h’ am Schluss geschrieben, mit vollem Namen ʾAbū ʿAbd al-Lāh Muḥammad ibn ʿAbd al-Lāh l-Lawātī ṭ-Ṭanǧī ibn Baṭūṭah (أبو عبد الله محمد بن عبد الله اللواتي الطنجي بن بطوطة‎ ), ist für die arabische Welt, was Marco Polo für die europäische ist: der grosse Welt- und Forschungsreisende. Ibn Battutah lebte…