Heiner Boehnke / Hans Sarkowicz / Joachim Seng: Monsieur Göthé

Goethes unbekannter Grossvater. Tatsächlich wissen wir wenig über Friedrich Georg Göthé. Geboren 1657 stammte er aus dem Thüringischen, war gelernter Schneider und machte sich als Geselle auf die zu jener Zeit obligate Walz, die ihn offenbar bis nach Strassburg und weiter nach Frankreich, nach Lyon, eventuell sogar Paris, führte. Von dort kehrte er zurück in…

Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Zweiter Band: Gott bis Quietiv

Ironie einer Sortierung nach Alphabet: Wenn auf Goethe Gott folgt… Das Stichwort Gott gibt Mauther die Gelegenheit, sich als Atheist zu positionieren. Dass er dabei die Verwendung der Worthülse ‘Gott’ vergleicht mit der von ‘Phlogiston’, die auch noch verwendet worden sei, nachdem Lavoisier nachgewiesen hatte, dass es für eine Erklärung des Verbrennungsprozesses so eine Substanz…

Bernard Mandeville: Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile

suhrkamp taschenbuch wissenschaft 300. Bernard Mandeville (nicht zu verwechseln mit seinem mittelalterlichen Namensvetter John, der eine fiktive Reise in den fernen Osten, zum Priesterkönig Johann, aus verschiedensten Quellen zusammenkompilierte und -fabulierte) lebte von 1670 bis 1733. Ursprünglich Holländer, liess sich Bernard Mandeville in London nieder, und feierte dort Erfolge nicht nur in seinem angestammten Beruf…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/6: Beilagen 1815 und 1816

Obwohl Band III/6 zwei Jahre umfasst, ist er doch nur noch ungefähr halb so umfangreich wie die beiden Bände III/4 (1813) und III/5 (1814). In Benekes Leben ist der Alltag eines Hamburger Bürgers wieder eingekehrt. Zwar beunruhigte Napoléons Rückkehr von Elba auch die Hamburger nochmals. Beneke wurde wieder als Major im Stabe zur Bürgergarde einberufen…

Sir Hardy Amies: Das kleine Buch der Herrenmode

And now to something completely different. … Obwohl … Man könnte das Gebiet der Mode durchaus als einen Zweig der philosophischen Disziplin der Ästhetik sehen – F. Th. Vischer hat sie ja tatsächlich in seinem gewaltigen Text zur Ästhetik erwähnt. Sir Hardy Amies wäre allerdings wohl recht überrascht, würde man ihn als Philosophen bezeichnen. 1909…

Das Kopfkissenbuch der Sei Shōnagon

Japan, Ende des 10. Jahrhunderts u.Z. Die bisher engen kulturellen und politischen Beziehungen Japans zu China haben sich gelockert – Japan steuert in die lange Phase der selbstgewählten internationalen Isolation, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts u.Z. dauern sollte. Der Hof des japanischen Kaisers war schon seit 150 Jahren nach Heian Kyo verlagert…

Aesthetik oder Wissenschaft des Schönen. Zum Gebrauche für Vorlesungen von Dr. Friedrich Theodor Vischer, ordentlichem Professor der Aesthetik und deutschen Literatur an der Universität zu Tübingen. Zweiter Theil: Die Lehre vom Schönen in einseitiger Existenz oder vom Naturschönen und der Phantasie (1847)

Der zweite Theil von Vischers Aesthetik zerfällt in zwei Abtheilungen: Die Lehre vom Naturschönen und Die Lehre von der Phantasie. Wobei ‘zerfallen’ fast wörtlich genommen werden kann, indem die beiden Abteilungen wenig miteinander zu tun haben, ausser, dass sie – gemäss Vischer – die ordentliche Entwicklung sein sollten in der Lehre vom Schönen. Die Lehre…