Frans de Waal: Der Affe und der Sushimeister

Die Bemühungen, das Besondere des Menschseins zu definieren haben immer auch damit zu tun, ihn, den Menschen, aus dem Tierreich herauszuheben, mit einem göttlichen, später einem kulturellen Funken auszustatten. Denn wenn die Geschichte vom Ebenbild Gottes mittlerweile auch lächerlich anmutet, so ist das Bedürfnis nach dem Besonderen keineswegs verschwunden und es müssen abstrakte Dinge wie…

Jost Herbig: Der Fluß der Erkenntnis

Das Buch stellt den Versuch eines erkenntnistheoretischen Brückenschlages dar: Ausgehend von der Evolutionären Erkenntnistheorie (EE) meint Herbig ein Defizit derselben in der Vernachlässigung kultureller Entwicklungen zu erkennen. Anhand des schon von Nestle beschriebenen Überganges vom “Mythos zum Logos” werden die sich ändernden Lebenswelten Homers und der Vorsokratiker zum Ausgangspunkt seiner Argumentation. Dieses eigentlich interessant anmutende…

Erhard Oeser: Popper, der Wiener Kreis und die Folgen

Erhard Oeser versucht sich in einer historischen Aufarbeitung der Wissenschaftstheorie, die teilweise als die Fortsetzung der klassischen Erkenntnistheorie angesehen werden kann. Dabei bleibt die Verbindung so mancher Abschnitte zu diesem Komplex unklar: Man hat den Eindruck, dass einfach spezifische Problemstellungen (so wie sie Oeser in den Sinn kommen) abgehandelt werden, ihr Zusammenhang mit der Fragestellung…

Philosophische Kränkungen: Die Evolutionäre Erkenntnistheorie (EE)

Die evolutionäre Erkenntnistheorie, die ich für eine der wichtigsten philosophischen Strömungen der letzten 50 Jahre halte, hat vor allem das Selbstverständnis akademischer Philosophen erschüttert: Hat sich doch die Naturwissenschaft erfrecht, sich in eine genuin geisteswissenschaftliche Angelegenheit einzumischen. Und so hat es auch nicht an Zurückweisungen gefehlt, an Vor- und Einwürfen, die allesamt darauf abzielten, den…

Richard Dawkins: Das egoistische Gen

Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch um die Jubiläumsausgabe zum 30. Jahrestag seiner Erscheinung 2006 (die zweite Auflage von 1994). Dies ist deshalb von Bedeutung, weil diese Ausgabe (wenn man den Kleindruck der hinzugefügten Fußnoten berücksichtigt und auch die beiden neuen, rund 100 Seiten umfassenden Kapitel) fast den doppelten Umfang der Erstausgabe ausmacht. Dawkins…

Konrad Lorenz: Die acht Todsünden der Menschheit

Ein Buch, das ein wenig angestaubt wirkt (es ist zu Beginn der 70iger Jahre erschienen), über weite Strecken aber dennoch höchst aktuell bleibt. Lorenz listet acht Todsünden der Menschheit auf, die allesamt das Potential haben, dem homo sapiens eine Ende zu machen. Trotz des Erscheinungstermins ist der Ost-West-Konflikt und die damit verbundene atomare Bedrohung für…